La Palma – Ein halbes Jahr nach dem Ende des verheerenden Vulkanausbruchs auf der Kanareninsel La Palma hat ein deutsches Paar mit einer selbstlosen Tat für großes Aufsehen gesorgt. Die Deutschen verschenkten eines ihrer beiden Häuser am Unglücksgebiet im Süden der spanischen Atlantikinsel an eine Familie, deren Heim von den Lavaströmen verschüttet und zerstört worden war. Die Deutsche Siglinde, die seit 32 Jahren auf La Palma wohnt, sah in ihrer Wohltat nichts Besonderes. „Ich brauche keine zwei Häuser. Ich habe zwei und kann nur in einem wohnen“, sagte sie vor TV-Kameras achselzuckend, als würde sie die Aufregung nicht ganz verstehen.
Sie übertrug ihr Haus dem Spanier José Alonso Placencia und dessen Partnerin Viviane, die ein Kind haben, als Spende. Die Vulkanopfer konnten ihr Glück nicht fassen. Der Spanier, der das Haus als Geburtstagsgeschenk bekam, sagte: „Es ist ein Gefühl, das schwer zu erklären ist. Es ist wie ein Neuanfang, ein besonderer Geburtstag.“
Die Parteien hatten sich auf Facebook kennengelernt. Die Vulkanopfer durften zunächst monatelang mietfrei in dem von den Deutschen zur Verfügung gestellten Haus wohnen, bis sie es am Dienstag übertragen bekamen. „Alles, was wir 20 Jahre lang aufgebaut hatten, wurde von der Lava weggespült, aber zum Glück haben wir jetzt ein Haus, das unser Sohn erben kann“, sagte Viviane zu spanischen Medien.