Tod nach Tiktok-Mutprobe

von Redaktion

Eltern in den USA verklagen Videoplattform, nachdem zwei Mädchen (8, 9) gestorben sind

Los Angeles – Nach dem Tod von zwei Kindern bei der Blackout-Challenge haben ihre Eltern die Videoplattform Tiktok in den USA verklagt. „Tiktok muss für die Verbreitung tödlicher Inhalte an die beiden Mädchen zur Rechenschaft gezogen werden“, erklärte der Anwalt Matthew Bergman. Bei der Blackout- Challenge geht es darum, sich bis zur Ohnmacht zu würgen – ein achtjähriges Mädchen aus Texas sowie eine Neunjährige aus Wisconsin waren im vergangenen Jahr bei dem Würgespiel ums Leben gekommen.

In der Klage, die in der vergangenen Woche bei einem Gericht in Los Angeles eingereicht wurde, wird Tiktok beschuldigt, die Blackout-Challenge „absichtlich und wiederholt“ verbreitet zu haben. Tiktok habe Milliarden Dollar investiert und wissentlich Produkte entwickelt, die gefährliche Inhalte verbreiten, welche wiederum zum Tod seiner Nutzer führen können, hieß es.

Tiktok müsse dafür verantwortlich gemacht werden, dass es den beiden jungen Mädchen den „tödlichen Inhalt“ angezeigt habe, erklärte Anwalt Matthew Bergman vom Social Media Victims Law Center (SMVLC), das die Anklage vertritt. Der Algorithmus von Tiktok habe den Mädchen die Challenge vorgeschlagen, – woraufhin diese sich zu Tode stranguliert hätten – eine mit einem Seil, die andere mit einer Hundeleine.

Eines der Opfer, ein achtjähriges Mädchen aus Texas, war den Eltern zufolge überzeugt, dass sie berühmt werden würde, wenn sie ein Video von sich selbst bei der Blackout-Challenge posten würde – woraufhin sie es ausprobierte. Am 15. Juli 2021 starb sie laut Polizei an den direkten Folgen des Versuchs, an der Herausforderung teilzunehmen. Kurz zuvor bemerkten ihre Eltern Blutergüsse am Hals ihrer Tochter, die das Mädchen als „Unfall“ erklärte. Sie träumte davon, auf Tiktok berühmt zu werden.

Das zweite Opfer, ein neunjähriges Mädchen aus Wisconsin, habe Tiktok mehrmals täglich benutzt und sei besessen davon gewesen, Tanzvideos auf der Social-Media-Plattform zu teilen. Im Januar 2021 habe die Familie demzufolge mit dem Mädchen den Vorfall eines Jungen besprochen, der an den Folgen der Blackout-Challenge gestorben war. Die Tochter habe den Eltern versichert, niemals an solch gefährlichen Mutproben teilzunehmen. Die beiden Mädchen haben dem Bericht zufolge ihre Smartphones erhalten, als sie acht und sieben Jahre alt waren.

Laut der Klage wurden auch Todesfälle bei Kindern in Italien, Australien und anderen Ländern mit dem Erstickungsspiel in Verbindung gebracht. In Palermo hatte sich eine Zehnjährige 2021 im Badezimmer eingeschlossen und dabei gefilmt, wie sie sich mit einem Gürtel die Luft abschnürt, berichteten Medien. In Italien gibt es seitdem eine Altersbeschränkung für Tiktok.

Auf Tiktok gibt es zahlreiche Herausforderungen, bei denen Teilnehmer zu gefährlichen Aktionen aufgefordert werden, bei denen sie sich filmen sollen, um die Videos dann ins Netz zu stellen. Eine weitere gefährliche Challenge ist die „Skull Breaker Challenge“, bei der Menschen beim Springen die Beine weggetreten werden, sodass sie nicht auf den Füßen landen, sondern stürzen.

Tiktok, das dem in China ansässigen Unternehmen Bytedance gehört, reagierte nicht auf eine Bitte um Stellungnahme.

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