Freiburg/Wetterau – Die seit über einer Woche vermisste Ayleen aus der Nähe von Freiburg ist tot. Das ist traurige Gewissheit. Jetzt hat die Polizei Details zu dem Verbrechen bekannt gegeben – und einen dringend Tatverdächtigen festgenommen. Der Mann hat nach Angaben der Staatsanwaltschaft die Vorwürfe zunächst bestritten und beim Haftrichter geschwiegen. Doch die Beweise gegen ihn sind erdrückend
Es handelt sich um einen 29-Jährigen, der als Jugendlicher im Jahr 2007 wegen eines versuchten Sexualdelikts in ein psychiatrisches Krankenhaus kam und dort zehn Jahre blieb, wie der Leiter der Staatsanwaltschaft Freiburg, Dieter Inhofer, am Montag bei einer Pressekonferenz zu dem Fall sagte. Erst 2017 sei der Aufenthalt beendet worden. Danach sei er unter Führungsaufsicht gestellt worden. Diese sei nach fünf Jahren am 25. Januar aufgehoben worden. Das Programm beinhalte etwa Gefährderansprachen, eine engmaschige Betreuung und Kontaktgespräche.
Wie die 14-Jährige ums Leben kam, ist nach Auskunft der Ermittler noch unklar. Dass der Leichnam mehrere Tage im Wasser lag, erschwere die Arbeit der Rechtsmediziner. Die Leiche der Schülerin aus Gottenheim bei Freiburg wurde am Freitag fast 300 Kilometer entfernt von ihrem Heimatort in einem See im hessischen Wetteraukreis gefunden. Die Polizei ermittelt wegen eines Sexualdelikts.
Der Verdächtige und das Opfer kannten sich nach Angaben der Polizei seit mehreren Wochen über das Internet. Wie die Polizei mitteilte, war Ayleen wie die meisten Mädchen in ihrem Alter in den gängigen sozialen Netzwerken, auf Messenger-Diensten und Gaming-Plattformen mit Chat-Funktion unterwegs. Wo genau sie ihren mutmaßlichen Mörder traf, kann die Polizei noch nicht mit hundertprozentiger Genauigkeit sagen. Dazu müssten noch enorme Mengen an Datenmaterial ausgewertet werden. Als sicher gilt aber: Beide waren Nutzer des Onlinespiels „Fortnite“.
Der Mann soll das Mädchen in seinem Auto von Gottenheim im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald in Baden-Württemberg rund 300 Kilometer in den Wetteraukreis in Hessen gefahren haben. In der Nacht zum 22. Juli sollen sich beide dort länger an einem See aufgehalten haben. Das habe eine Auswertung der Handydaten ergeben.
Ob und inwieweit Ayleen freiwillig mit dem Mann fuhr, war gestern noch unklar. Es gebe allerdings Hinweise darauf, dass sie ihren Heimatort lebend verlassen habe.
In der Heimat der Schülerin und am weit entfernten Fundort am Teufelsee in Hessen herrschen Trauer und Entsetzen. „Es ist das Schlimmste eingetreten, was überhaupt in solch einem Falle eintreten kann. Ganz Gottenheim steht unter Schock“, sagte Bürgermeister Christian Riesterer.
Das Mädchen war in einem kleinen See in einem Naturschutzgebiet der Wetterau nördlich von Frankfurt am Main tot gefunden worden. Der Teufelsee ist ein beliebtes Ausflugsziel. Dass es sich bei dem Leichenfund im See um die Schülerin aus Gottenheim handelt, hatte eine gerichtsmedizinische Untersuchung ergeben.
Die Jugendliche hatte am 21. Juli gegen 18 Uhr ihr Elternhaus verlassen und wurde seitdem vermisst. Eine große Suche der Polizei auch mit Hunden und Polizeihubschrauber brachte keine Ergebnisse. Am Samstag teilte die Polizei dann den Tod der 14-Jährigen mit.
Die Auswertung der Daten und der gefundenen Gegenstände werde Wochen dauern, kündigten die Ermittler an. „Wir sind seit drei Tagen in diesem Ermittlungsverfahren und noch ganz am Anfang“, sagte Inhofer. Auf Polizei und Staatsanwaltschaft komme viel Arbeit zu.