Washington – Es klingt wie aus einem Hollywood-Film, ist aber eine Mission der Nasa: In der Nacht zum Dienstag (1.14 Uhr deutscher Zeit) soll erstmals eine Sonde der US-Raumfahrtbehörde direkt und absichtlich in einen Asteroiden krachen und dadurch dessen Flugbahn verändern. Bei der Mission „Dart“ (Double Asteroid Redirection Test) steht laut Nasa nicht weniger als die „zukünftige Sicherheit der Erde“ auf dem Spiel. „,Dart‘ ist die erste Mission, die mithilfe eines direkten Experiments versucht, ein Gefahrenobjekt aus dem Weg zu stoßen“, sagt Nasa-Wissenschaftsdirektor Thomas Zurbuchen.
Das alles erinnert stark an Hollywood-Filme wie „Armageddon – Das jüngste Gericht“, in dem 1998 Stars wie Bruce Willis und Ben Affleck in kürzester Zeit mit einem komplizierten und gefährlichen Manöver einen direkt auf die Erde zurasenden Asteroiden zerstörten. Aber: Die rund 330 Millionen Dollar teure Mission der Nasa ist unbemannt und der Ziel-Asteroid Dimorphos rast auch nicht auf die Erde zu, sondern stellt Berechnungen der Nasa zufolge derzeit keine Gefahr dar. Es handelt sich um einen ersten vorsichtigen Versuch, ob es möglich sein könnte, die Flugbahn eines Asteroiden auf diese Weise abzuändern. Die Nasa erhofft sich davon Erkenntnisse darüber, wie die Erde vor herannahenden Asteroiden geschützt werden könnte.
Damit beschäftigt sich die Weltraumbehörde schon seit vielen Jahren. Ein Asteroideneinschlag vor rund 66 Millionen Jahren gilt unter Wissenschaftlern beispielsweise als führende Theorie dazu, warum die Dinosaurier ausstarben. Derzeit wissen Wissenschaftler von keinem Asteroiden, der in absehbarer Zeit direkt auf die Erde zurasen könnte – aber Forscher haben rund 27 000 Asteroiden in der Nähe unseres Planeten identifiziert, davon rund 10 000 mit einem Durchmesser von mehr als 140 Metern. Die im November mithilfe einer „Falcon 9“-Rakete vom US-Bundesstaat Kalifornien aus gestartete „Dart“-Sonde – ein würfelförmiger und rund 610 Kilogramm schwerer Flugkörper mit einer Kantenlänge von knapp zwei Metern –ist seit rund zehn Monaten auf dem Weg zu ihrem Ziel. „Asteroid Dimorphos:Erst rund anderthalb Stunden vor dem Aufprall bei einer Geschwindigkeit von 6,6 Kilometern pro Sekunde werde die Sonde Dimorphos mit ihrer Kamera allerdings wirklich ins Visier nehmen können, heißt es von der Nasa.
Für die Wissenschaftler geht die richtige Arbeit dann erst los: untersuchen, was genau vor, während und nach dem Aufprall passiert ist – und was das nun für den Schutz der Erde bedeuten könnte. dpa