Medizin-Nobelpreis für Evolutionsforscher Pääbo

von Redaktion

Stockholm – Svante Pääbo (67), in Leipzig forschender schwedischer Mediziner und Biologe, erhält in diesem Jahr den Nobelpreis für Medizin. Wie das Karolinska-Institut am Montag in Stockholm mitteilte, wird er für seine Pionierleistungen auf dem Gebiet der menschlichen Evolution geehrt. Er habe mit seiner „bahnbrechenden“ Arbeit „scheinbar Unmögliches“ geschafft, hieß es in der Begründung.

Zu Pääbos bedeutendsten wissenschaftlichen Durchbrüchen zählt die Entschlüsselung des Neandertaler-Genoms. 1984 gelang dem Forscher als Doktorand erstmals die Klonierung der DNA einer Mumie.

Er studierte an der Universität Uppsala Ägyptologie und Medizin. Als Doktorand – er promovierte in Immunologie – wies er außerdem nach, dass DNA in altägyptischen Mumien überdauern kann, und erlangte so fachlichen Ruhm als Pionier des neuen Forschungsgebietes der Paläogenetik. Paläogenetiker erforschen die Genome altertümlicher Organismen und ziehen daraus Rückschlüsse auf den Verlauf der Evolution. Nach seiner Promotion arbeitete Pääbo im Team des Evolutionsbiologen Allan Wilson an der University of California in Berkeley. Ab 1990 leitete er ein eigenes Labor an der Ludwig-Maximilians-Universität München. 1997 wechselte Pääbo als einer von fünf Direktoren an das neu gegründete Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, wo er bis heute tätig ist. Pääbo hat in Leipzig von seiner prestigeträchtigen Auszeichnung erfahren. Er sei am Telefon „überwältigt, sprachlos und sehr froh“ gewesen, berichtete der Sekretär der Nobelversammlung des Karolinska-Instituts, Thomas Perlmann, am Montag bei der Bekanntgabe. Pääbo habe gefragt, ob er jemandem vor der Verkündung von der Auszeichnung erzählen dürfe. Er habe ihm dann gesagt, dass es in Ordnung sei, seiner Ehefrau davon zu berichten, sagte Perlmann.

Kurios: Pääbo ist der Sohn eines früheren Nobelpreisträgers in derselben Kategorie. Der 1955 in Stockholm geborene Pääbo ist das Kind von Sune Bergström, der 1982 gemeinsam mit zwei weiteren Preisträgern mit dem Preis ausgezeichnet worden war.

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