San José – Die frühere US-Bluttest-Unternehmerin Elizabeth Holmes – einst ein gefeierter Jungstar der Biotech-Branche – ist wegen Betrugs zu rund elf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Ein Bundesrichter in der kalifornischen Stadt San José verkündete das Strafmaß gegen die Gründerin des Start-up-Unternehmens Theranos. Die schwangere 38-Jährige muss ihre Haftstrafe nicht vor dem 27. April kommenden Jahres antreten. Holmes’ Anwältin kündigte an, Berufung einzulegen.
Kurz vor ihrer Verurteilung sagte Holmes unter Tränen vor Gericht: „Ich stehe vor Ihnen und übernehme die Verantwortung für Theranos. (…) Es war mein Lebenswerk. Ich bin wegen meines Versagens am Boden zerstört. In den vergangenen Jahren habe ich jeden Tag großen Schmerz darüber empfunden, was Menschen durchmachen mussten, weil ich sie im Stich gelassen habe.“
Holmes hatte Theranos 2003 im Alter von nur 19 Jahren gegründet. Die Firma warb mit einer vermeintlich revolutionären Technologie für besonders schnelle, effektive und kostengünstige Bluttests. Dann deckten Berichte des „Wall Street Journal“ auf, dass die Bluttest-Technologie gar nicht funktionierte.