Illerkirchberg/Berlin – 2019 machte eine Vergewaltigung in Illerkirchberg, wo gerade eine 14-Jährige von einem Asylbewerber getötet wurde, Schlagzeilen. Einer der Täter, ein Afghane, ist mittlerweile wieder auf freiem Fuß. Gemeinsam mit zwei anderen hatte er eine 14-Jährige unter Drogen gesetzt und mehrfach vergewaltigt. Nach Ver–büßung seiner Strafe von zwei Jahren und zwei Monaten landete er im Januar 2022 in Abschiebehaft. Doch das Bundesinnenministerium entschied trotz polizeilicher Warnung vor dem Vergewaltiger: In seiner Heimat Afghanistan drohe ihm Gefahr durch die Taliban. Also keine Abschiebung. Der Mann lebte danach monatelang wieder in Illerkirchberg in einer Flüchtlingsunterkunft.
Zwischen dem Bundesinnenministerium und Baden-Württemberg hat sich nun eine Debatte um die Abschiebung verurteilter Straftäter nach Afghanistan entzündet. Landesjustizministerin Marion Gentges (CDU) forderte Innenministerin Nancy Faeser (SPD) mit Blick auf den Fall Illerkirchberg in einem Brief auf, Abschiebungen nach Afghanistan zügig wieder aufzunehmen. Aus Faesers Ministerium heißt es jedoch: Für die Wiederaufnahme von Abschiebungen müssten sich die Sicherheitslage stabilisieren und Sicherheitsgarantien gegeben werden.
Laut „Bild“ ist der Mann seit vergangener Woche verschwunden. Der Grund: Probleme mit der Polizei.