Stuttgart – Der Sternenhimmel zeigt sich zu Jahresbeginn besonders prächtig. Zwar ist das Firmament im Winter an und für sich schon reich an hellen Sternen. In diesem Januar schmücken aber noch zusätzlich drei helle Planeten den Nachthimmel. Es sind die Venus und Jupiter im Südwesten und hoch im Süden der rötliche Mars.
Von allen Wintersternbildern ist Orion das prominenteste. Der Himmelsjäger Orion ist das Leitsternbild des Winterhimmels. Seine einprägsame Sternenfigur steht gegen zehn Uhr abends halb hoch im Süden. Ein heller rötlicher Stern deutet die östliche Schulter des Himmelsjägers an. Er heißt Beteigeuze. Der zweite helle Stern erster Größenklasse markiert den westlichen Fuß. Er funkelt in einem bläulich-weißen Licht und heißt Rigel.
Von Beteigeuze trennen uns nach neuesten Daten 650 Lichtjahre. Rigel ist rund 850 Lichtjahre von uns entfernt. Da Rigel trotz seiner großen Entfernung zu den hellsten Sternen am irdischen Firmament zählt, muss seine wahre Leuchtkraft enorm sein. Tatsächlich leuchtet er so hell wie 60 000 unserer Sonnen.
Tief im Südosten flackert unübersehbar der bläulich-weiße Sirius im Großen Hund. Er ist der hellste Fixstern am irdischen Firmament. Mit knapp neun Lichtjahren Entfernung gehört er zu den Nachbarsternen unserer Sonne. Den alten Ägyptern diente Sirius als Kalenderstern. Mit ihm bestimmten sie die Dauer eines Umlaufs der Erde um die Sonne zu 365 Tagen und einem Vierteltag.
Im Stier hält sich gerade Mars auf. Er wurde Anfang Dezember von der Erde auf der Innenbahn überholt. Die Erde entfernt sich nun immer mehr von diesem kalten Wüstenplaneten. Anfang Januar noch auffallend hell, wird er im Laufe des Monats deutlich lichtschwächer. Dennoch bleibt er noch gut sichtbar und zählt zu den hellsten Gestirnen. Vom Morgenhimmel zieht sich Mars zurück.
Venus eröffnet den Jahresreigen als Abendstern. Allerdings ist sie noch nicht besonders auffällig. Denn sie steht nach Sonnenuntergang tief am Südwesthimmel. Im Frühjahr wird sie jedoch zu einem unübersehbaren Gestirn am westlichen Abendhimmel, der alle andere Planeten und Sterne an Glanz weit übertrifft.
Jupiter strahlt nach Einbruch der Dunkelheit am Westhimmel. Am 25. erhält der Riesenplanet Besuch vom Mond. Die Sichel des zunehmenden Mondes zieht südlich an Jupiter vorbei.
Saturn im Sternbild Steinbock wird von der Sonne verfolgt, die ihm immer näher rückt. Gegen Monatsende wird der Ringplanet unsichtbar und wechselt auf den Taghimmel. Zuvor überholt Venus den Ringplaneten: Am 22. Januar zieht Venus knapp südlich an Saturn vorbei.
Gleich zu Jahresbeginn flammen die Meteore des Quadrantidenstromes auf. Sie scheinen aus dem Nordteil des Sternbilds Bootes zu kommen, das einst auch als Mauerquadrant bezeichnet wurde. Ihre Aktivitäten sind bis 10. Januar zu erwarten.
Am 7. Januar wird um 0.08 Uhr die Vollmondphase erreicht. HANS-ULRICH KELLER