Krieg und Corona: So feiert die Welt Silvester

von Redaktion

Improvisierte Festessen im dunklen Kiew, Walzerkurse in Wien und Lichtershow in Sydney

Sydney/Kiew/Paris/London/Rio/New York/Berlin – Wenn Milliarden Menschen in der Nacht zum Sonntag das neue Jahr begrüßen, ist die Pandemie fast vergessen. Meist gelten keine Kontaktbeschränkungen, und auch Feuerwerk wird wieder verkauft. Auch in der Ukraine wollen sich viele einen feierlichen Abend mit Neujahrsgeschenken und Festessen nicht nehmen lassen – trotz des Krieges.

Berlin: Am Brandenburger Tor gibt es wieder ein Höhenfeuerwerk. Das ZDF überträgt von dort die Silvestershow „Willkommen 2023“ – erstmals von der Ostseite, dem Pariser Platz.

Wien: Nach zwei Jahren Corona-Pause wird wieder groß in der Innenstadt gefeiert. Auf dem Silvesterpfad warten Bands, DJs und Gastro-Stände auf hunderttausende Besucher. Zur Einstimmung auf den Abend werden am Nachmittag im Freien auch gratis Walzer-Kurse gleich neben dem Stephansdom angeboten.

Paris: Auf dem Prachtboulevard Champs-Élysées werden rund 500 000 Menschen erwartet. Am Arc de Triom-phe gibt es eine Lichtshow und ein großes Feuerwerk.

London: Auch die Briten lassen es nach der Corona-Zwangspause wieder krachen. Das große Silvesterfeuerwerk soll rund um das Riesenrad „London Eye“ gezündet werden. Mehr als 100 000 Tickets wurden verkauft.

Lissabon: In ganz Portugal ist es weit verbreitet, zu jedem der zwölf Schläge der Turmuhren um Mitternacht eine Weintraube zu essen. Einige bevorzugen jedoch Rosinen. Der zentrale Punkt der Silvesterfeiern mit Feuerwerk und Champagner ist die Plaza del Comercio am Tajo. Kuriose Silvestertraditionen gibt es wie überall auch in Portugal. In der Hoffnung auf wirtschaftlichen Erfolg im neuen Jahr stecken sich manche Geld in die Schuhe. Und rote Unterwäsche soll Glück in der Liebe bringen.

Madrid: Hier werden wieder Tausende auf dem zentralen Platz Puerta del Sol erwartet. Zu jedem der zwölf im Fernsehen übertragenen Glockenschläge um Mitternacht wird – wie in Portugal – eine Weintraube gegessen. Am Vortag versammeln sich dort schon Tausende, wenn die Uhrenmeister testen, ob die Glocken zuverlässig läuten.

Moskau: Wie in den meisten russischen Regionen wird hier auf ein offizielles Neujahrsfeuerwerk verzichtet. Die Verwaltung der Hauptstadt begründete dies mit einer Online-Umfrage, bei der sich die Mehrheit der Bürger gegen laute Feierlichkeiten ausgesprochen habe. Hintergrund ist der Krieg gegen die Ukraine. Aber Moskau hat Plätze ausgewiesen, wo die Bürger selbst Feuerwerk zünden können. Kremlchef Wladimir Putin wird auch seine Neujahrsansprache halten.

Kiew: In der Hauptstadt der Ukraine gilt weiter das Kriegsrecht. In der immer wieder mit Raketen beschossenen Metropole ist es unter Strafe verboten, Feuerwerk zu zünden. Zwar sind viele Restaurants festlich geschmückt. Oft sitzen die Menschen aber wegen Stromausfällen nach den russischen Angriffen auf Kraftwerke im Dunkeln. Silvester ist wie in Russland der Tag für die Neujahrsgeschenke – viele Ukrainer lassen sich das, wie auch ein Festessen, trotz des Krieges nicht nehmen.

New York: Im Big Apple ist die traditionelle Silvesterparty am Times Square angekündigt, bei der beim „Ball Drop“ traditionell eine leuchtende Kristallkugel an einem Fahnenmast herabgelassen wird. In Manhattan wird dieses Jahr zum ersten Mal seit Beginn der Pandemie wieder in voller Kapazität gefeiert – unter anderem mit dem obligatorischen Konfetti-Regen und dem Klassiker „New York, New York“ um Mitternacht.

Sydney: Auch in Australien soll das Jahr 2023 gebührend begrüßt werden. Von der Harbour Bridge soll eine Rekordzahl von 7000 Feuerwerkskörpern gezündet werden, 2000 weitere vom ikonischen Opernhaus aus. Im Zentrum der Lichtershow, zu der mehr als eine Million Menschen erwartet werden, steht ein Regenbogen-Wasserfall aus acht Tonnen Feuerwerkskörpern. Die Veranstaltungen stehen unter dem Motto „Vielfalt und Inklusion“ – es wird Auftritte von australischen Ureinwohnern geben.  dpa

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