Stuttgart – Drei helle Planeten schmücken im Februar den Abendhimmel. Noch bevor es richtig dunkel geworden ist, kann man sie schon in der Abenddämmerung erkennen. Hoch am Westhimmel glänzt Mars, der äußere Nachbarplanet der Erde, in einem gelblich-rötlichen Licht. Zwar nimmt seine Helligkeit weiter ab, aber er bleibt immer noch ein auffälliges Gestirn. In der ersten Februarwoche wandert Mars acht Grad nördlich am orangenen Aldebaran, dem Hauptstern des Stieres, vorbei. Jetzt kann man beide miteinander leicht vergleichen: Welcher von beiden sieht röter aus – Mars oder Aldebaran? Knapp über dem Südwesthorizont leuchtet Venus, unser innerer Nachbarplanet. Der Planet der Liebesgöttin baut seine Stellung am Abendhimmel aus. Er geht immer später unter.
Ein spektakulärer Himmelsanblick ergibt sich am Aschermittwoch: Am 22.2. sieht man gegen 19 Uhr am abendlichen Westhimmel die schmale Sichel des zunehmenden Mondes zwischen Venus und Jupiter. Beide Planeten sind leicht zu unterscheiden: Venus ist weitaus heller als Jupiter. Venus verfolgt den Riesenplaneten und rückt ihm immer näher. Am 2. März überholt sie schließlich Jupiter.
Der vergleichsweise helle Komet C/2022 E3, der bereits im Januar Schlagzeilen machte, zeigt sich auch im Februar. Er wurde von dem Astronomenteam Zwicky-Tran-sient-Facility Anfang März vorigen Jahres entdeckt und trägt die Kurzbezeichnung ZTF. Während die meisten Kometen nur mit guten Teleskopen beobachtet werden können, kann ZTF schon mit einem großen Fernglas gesehen werden. Zu Monatsbeginn befindet sich Komet ZTF noch nahe dem Polarstern. Er eilt schnurstracks südwärts und passiert am 6.2. die Kapella, den hellen gelblichen Hauptstern des Fuhrmanns. Vier Tage später zieht ZTF an Mars vorbei und erreicht schon am 15. den orangen Aldebaran im Sternbild Stier.
Die Wintersternbilder sind zur Standardbeobachtungszeit um 22.00 Uhr bereits nach Westen rückt. Am Osthimmel ist bereits der Löwe erschienen. Er kündigt den kommenden Frühling an. Denn der Löwe ist das Leitsternbild des Frühlingshimmels. Sein Hauptstern heißt Regulus, was kleiner König heißt. Von dieser bläulichen, sehr heißen Sonne ist das Licht 79 Jahre zur Erde unterwegs, ein ganzes Menschenleben lang. In Kilometern ausgedrückt sind dies fast 750 Billionen.
Hoch über unseren Köpfen stehen die beiden Sternenketten der Zwillinge. Zwischen den Zwillingen und dem Löwen findet man den Krebs. Dem Namen nach kennt ihn fast jeder, aber kaum jemand hat den Krebs am Sternenhimmel gesehen. Ihn auszumachen ist nicht einfach, da er sich nur aus lichtschwachen Sternen zusammensetzt. Im Nordosten schiebt sich der Große Wagen immer höher, während das Himmels-W, die Kassiopeia, zum Horizont herabsinkt, ihn aber nicht erreicht, da sie bei uns zu den zirkumpolaren Sternbildern zählt, die bekanntlich nie untergehen.
Da am 5. Februar um 19.29 Uhr Vollmond im Sternbild Löwe eintritt, ereignet sich wegen fast gleichzeitiger Erdferne der kleinste Vollmond des Jahres. In Neumondposition kommt der Erdtrabant am 20.2. um 8.06 Uhr. Wegen gleichzeitiger Erdnähe kommt es wieder zu Springfluten. HANS-ULRICH KELLER