Beirut – Der Kabarettist und Gründer der Nahost-Hilfsorganisation Orienthelfer Christian Springer erlebte das Erdbeben im Libanon hautnah mit. „Die ganze Nacht tobte ein schreckliches Unwetter, sodass ich ohnehin kaum schlafen konnte. Gegen drei Uhr wackelten plötzlich mein Bett und der Schrank wie verrückt – ich wusste sofort: Das muss ein wirklich heftiges Erdbeben sein“, erzählt Springer, der am Vorabend noch beim deutschen Botschafter in Beirut eingeladen war. „Ich zog eine Regenjacke über meinen Schlafanzug und rannte raus – draußen regnete, donnerte und blitzte es noch immer wie verrückt.“
Im Libanon verlaufen verschiedene tektonische Verwerfungen, sodass die Sorge vor einem Mega-Beben hier groß ist. „Ich habe hier wie viele die App ‚Erdbeben jetzt‘, die schnell die Fakten bietet, die man in so einer Situation dringend braucht: Wie stark war das Beben, wo war es – wenn man mitten drin sitzt, ist man über diese App sehr, sehr froh“, erzählt der Münchner. Insgesamt erschütterten fünf Erdbeben Beirut, „zwei davon waren heftig“. Aber während sich die Schäden im Libanon in Grenzen halten, macht sich Springer große Sorgen um seine Freunde und Projektpartner in Syrien. „Ein sehr guter Projektpartner der Orienthelfer schrieb mir, dass die Kliniken im syrischen Erdbebengebiet völlig überfüllt sind, sich die Verletzten auf den Gängen stapeln. Alles ist knapp: Diesel für die Stromgeneratoren, Lebensmittel – das Beben ist ein Albtraum für diese ohnehin gebeutelte Region“, so Springer.
Von anderen engen Partnern und Freunden hat Springer auch Stunden nach dem Beben noch nichts gehört, obwohl er ihnen besorgt über WhatsApp geschrieben hatte. „Das macht mich narrisch“, so der Kabarettist und Buchautor, der einiges an Leid gewohnt ist: Bei der Hafenexplosion am 4. August 2020 wurden seine Wohnung und das Orienthelfer-Büro in Beirut komplett zerstört. „Man braucht hier gute Nerven – aber die hab ich“, so der Münchner Kabarettist.
Die Versorgung der Flüchtlingslager wird durch das Erdbeben jetzt noch schwieriger. „Der Dauerregen der letzten Tage hat die Straßen ohnehin schon unpassierbar gemacht – dabei müssen wir dringend Decken, Medikamente und Lebensmittel in die überschwemmten Camps bringen“, sagt Springer voller Sorge. Er bittet dringend um Spenden, um die durch das Erdbeben dramatisch verschlimmerte Not vor Ort zu lindern. Spendenkonto: Orienthelfer e.V., IBAN: DE92701500000000574111, Stadtsparkasse München kr