Washington – Drei Männer und eine Frau sollen mit der „Artemis 2“-Mission der US-Raumfahrtbehörde Nasa um den Mond fliegen. Es handele sich dabei um die US-Astronautin Christina Koch, ihre US-Kollegen Victor Glover und Reid Wiseman sowie den kanadischen Raumfahrer Jeremy Hansen. Die vier Raumfahrer wären die ersten Menschen in der Nähe des Mondes, seit die Astronauten der „Apollo 17“-Mission den Erdtrabanten 1972 für einige Zeit betraten. Die „Artemis 2“-Mission ist derzeit für November 2024 geplant.
„Wir müssen diesen Moment der Menschheitsgeschichte feiern“, sagte Glover kurz nach der Bekanntgabe. „Es ist mehr als eine Mission. Es ist der nächste Schritt auf dem Weg, der die Menschheit zum Mars bringen wird und diese Crew wird das nie vergessen.“ „Die Besatzung der „Artemis 2“ steht für tausende Menschen, die unermüdlich daran arbeiten, uns zu den Sternen zu bringen“, sagte Nasa-Chef Bill Nelson. „Das ist deren Besatzung, das ist unsere Besatzung, das ist die Besatzung der Menschheit.“ Das Weiße Haus teilte mit, US-Präsident Joe Biden habe den vier Raumfahrern per Telefon gratuliert und sich bei ihnen für ihre Arbeit bedankt. Auch der deutsche Astronaut Alexander Gerst gratulierte per Twitter auf Englisch: „Glückwunsch, meine Freunde. Auf geht’s!“
Die auf rund zehn Tage angelegte „Artemis 2“-Mission wäre der erste bemannte „Artemis“-Start nach dem erfolgreichen Test der „Artemis 1“-Mission im Dezember. Die unbemannte Kapsel „Orion“ war dabei rund 1,4 Millionen Meilen durch den Weltraum gereist, um den Mond geflogen, nach rund 26 Tagen im All wieder im Pazifik gelandet und hatte wichtige Daten gesammelt. Rund ein Jahr nach „Artemis 2“ soll mit „Artemis 3“ ein weiterer bemannter Flug inklusive Mondlandung folgen. Mit dem nach der griechischen Göttin des Mondes benannten „Artemis“-Programm sollen erstmals eine Frau und eine nicht-weiße Person auf dem Mond landen. Die Europäische Raumfahrtagentur Esa und Raumfahrtagenturen mehrerer anderer Länder sind an „Artemis“ beteiligt.
„Der Mond ist ein wichtiges Ziel für die astronautische Raumfahrt“, sagte Europas Ex-Raumfahrtchef Jan Wörner. Das „Artemis“-Programm sei aber eine deutliche Weiterentwicklung: ,Nicht „Zurück zum Mond‘, sondern ,Vorwärts zum Mond‘: Die Mission hat nicht vier weiße, männliche Amerikaner an Bord, sondern ist ein Beispiel für Diversität: unterschiedliche Hautfarbe, drei Männer und eine Frau beziehungsweise drei Amerikaner und ein Kanadier. Das ist exakt, was ,Vorwärts zum Mond‘ meint: Keine Wiederholung, sondern etwas Neues, ein durch Diversität geprägtes Team.“