Trentino: Jogger tot – Bär unter Verdacht

von Redaktion

Wütendes Entsetzen nach Tod von Andrea Papi (26) – Südtiroler fordern mehr Schutz

Caldes – Im Val di Sole ist das Entsetzen groß: In dem Ort in der norditalienischen Provinz Trentino ist ein Jogger tot aufgefunden worden – es wird vermutet, dass ihn ein Bär angegriffen und tödlich verletzt hat. Der 26-jährige Trentiner Andrea Papi wurde am frühen Donnerstagmorgen in der Gemeinde Caldes nahe eines Forstweges aufgefunden. Der Körper des Mannes weist demnach schwere Verletzungen auf. Tiefe Kratzer auf dem Körper und im Gesicht, Bisswunden sowie eine tiefe Wunde am Bauch legen den Verdacht nahe, dass ihn ein Bär getötet hat.

Der junge Mann war am Mittwoch vom Joggen in den Wäldern nicht zurückgekehrt, woraufhin seine Familie Alarm schlug. Nach einer stundenlangen Suche, an der verschiedene Einsatzkräfte beteiligt waren, wurde seine Leiche von Suchhunden neben dem Forstweg gefunden. Wegen des Zustands der Leiche ordneten die Behörden eine Autopsie an, die die Todesursache nun klären soll.

Die gesamte Region rund um das Trentiner Tal Val di Sole in den italienischen Alpen nördlich des Gardasees ist bei Wanderern und Touristen als Urlaubsregion beliebt. Die Provinz Trentino gehört zu der norditalienischen autonomen Region Trentino-Südtirol. Der Trentiner Forstkorps sowie die Verwaltung der Provinz warnen allerdings immer wieder vor möglichen Aufeinandertreffen mit wilden Tieren in den Wäldern und hügeligen Gebieten der Region. In der bergigen und bewaldeten Gegend sind insbesondere Luchse, Wölfe sowie Bären heimisch. Doch vor allem wild lebende Bären machen der Region seit geraumer Zeit zu schaffen. Etwa 100 Bären leben dort in freier Wildbahn – und die Anzahl der Bären nimmt nach Zahlen der Region zu. Im Rahmen des EU-Projekts Life Ursus waren 1999 ein Dutzend Bären aus Slowenien in die Region gebracht und ausgesetzt worden, in der damals das Aussterben der Bärenpopulation befürchtet wurde. Der Agrarvereinigung Coldiretti zufolge stellt die Ausbreitung der Bären nicht nur ein ernsthaftes Risiko für die Sicherheit der einheimischen Bevölkerung dar, sondern auch für die Wirtschaft, von der Landwirtschaft bis hin zum Tourismus. Einheimische sagten, dass es im vergangenen Monat mehrere Angriffe auf Nutztiere wie etwa Schafe gegeben habe. Bereits Anfang März war unweit von Caldes ein Mann von einem Bären angegriffen und am Kopf und Arm verletzt worden. Jetzt fordern die entsetzten Bewohner, dass endlich mehr zu ihrem Schutz getan wird.

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