Kulturelle Aneignung? Ärger für Seniorinnen

von Redaktion

Mannheim – Eine eigentlich für mehrere Auftritte auf der Bundesgartenschau Buga in Mannheim geplante Kostüm-Show des AWO-Balletts Rheinau sorgt für Aufregung. Nach Worten der Chefin der Truppe, Erika Schmaltz, beanstandet das zuständige Buga-Team wegen zu klischeehafter Darstellung und angeblicher kultureller Aneignung sechs von 14 Kostümen, mit denen die 17 Frauen des Senioren-Balletts in den nächsten Monaten sieben

Mal auf der Buga auftreten wollten. „Wir sollen die spanischen Flamenco-Kostüme, den orientalischen Tanz, den mexikanischen Tanz mit Sombreros und Ponchos, den japanischen Tanz mit Kimonos, den indischen mit Saris und den ägyptischen Tanz, in dem wir als Pharaoninnen verkleidet sind, nicht zeigen“, sagte Schmaltz am Montag. „Es geht uns darum, eine gemeinsame Lösung zu finden“, sagte eine Buga-Sprecherin. „Das beinhaltet beiderseitiges Entgegenkommen.“ Das AWO-Ballett gibt es seit 42 Jahren. Dabei treten die Frauen zwischen 59 und 85 Jahren ehrenamtlich etwa in Altenheimen oder auf Straßenfesten auf. „Wir werden nun überschwemmt mit Anrufen und ermutigenden Zuschriften“, sagte Schmaltz. „Keiner versteht, was das soll.“ Für heute habe sich ein Mitarbeiter der Buga angesagt, um beim Training zuzuschauen und einen Kompromiss zu finden. „Aber wir zeigen die Show entweder ganz oder gar nicht.“

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