Straubing – Sein nächstes Abenteuer nach dem „Titanic“-Tauchgang hatte der niederbayerische Unternehmer Arthur Loibl (60) schon gebucht: Für 250 000 Dollar wollte er mit „Virgin Galactic“ ins Weltall fliegen. „Aber nach dem Drama um das vermisste U-Boot im Atlantik steht jetzt mein ganzes Streben nach Extremen in Frage“, sagt Loibl.
Im August 2021 checkte er selbst in der „Titan“ ein, tauchte 3800 Meter tief zum Wrack der „Titanic“. Schon damals mit an Bord: Der weltweit gefragteste Experte für das gesunkene Kreuzfahrtschiff Paul-Henry Nargeolet (73) aus Frankreich und Stockton Rush (61), CEO und Gründer der U-Boot-Firma OceanGate. Beide werden zusammen mit drei weiteren Passagieren seit Sonntagvormittag (Ortszeit) vor der kanadischen Küste vermisst. „Das war schon damals ein Himmelfahrtskommando“, erinnert sich Loibl, der den Trip für 100 000 Euro bei einer englischen Firma für spezielle Safaris gebucht hatte. Schon der Start der Mission war rumpelig. Loibl: „Das erste U-Boot funktionierte nicht, dann musste ein Tauchgang mal bei 1600 Meter abgebrochen werden. Meine Mission war die 5., aber auch wir gingen wegen Problemen mit der Elektrik erst fünf Stunden verspätet ins Wasser.“ Er vermutet, dass hier auch die Ursache für die aktuelle Katastrophe liegen könnte. Kurz vorm Start riss dann auch noch die Halterung eines Stabilisierungsrohrs, das für Gleichgewicht beim Abtauchen sorgen sollte. „Das wurde mit Kabelbindern neu befestigt. Aber das hat mich nicht weiter beunruhigt.“ Viel beunruhigender schildert Loibl die Zustände an Bord: „Da braucht man schon gute Nerven, darf keine Platzangst haben und muss zehn Stunden im Schneidersitz hocken können.“ Loibl kann zumindest annähernd nachvollziehen, was die Passagiere gerade durchmachen: „Das muss die Hölle sein im Moment da unten.“