„Ayleen hat sich verändert“

von Redaktion

Mutter des 14-jährigen Mordopfers sagt vor Gericht aus

Gießen – Die Schülerin Ayleen hat vor ihrem gewaltsamen Tod die Chats mit ihrem mutmaßlichen Mörder vor ihrer Mutter geheim gehalten. Vor dem Gießener Landgericht beschrieb die Mutter am Mittwoch als Zeugin nicht nur die letzte Begegnung mit ihrer Tochter, sondern auch, dass diese sich in den Wochen vor der Tat verändert habe. „Es ist allen aufgefallen“, sagte die 54-Jährige. Ayleen sei generell sehr schüchtern und zurückhaltend gewesen und „Ärger weitgehend aus dem Weg gegangen“. Seit etwa Mai habe sie lustlos, teilnahmslos und in sich gekehrt gewirkt. Sie selbst habe gedacht, es liege vielleicht an Problemen in der Schule oder mit einem Lehrer, sagte die Mutter, die in dem Prozess auch als Nebenklägerin auftritt. Den Angeklagten habe das 14-jährige Mädchen nie erwähnt. Den Gerichtssaal betritt die zierliche blonde Frau schwarz gekleidet. Als sie den Ablauf des 21. Juli vergangenen Jahres schildern soll, beginnt sie kurz zu weinen, fasst sich dann wieder. Ayleen sei am Mittag jenes Tages etwas „weinerlich“ gewesen, es sei ihr nicht gut gegangen. Gegen Abend verlässt die 14-Jährige das Elternhaus und sagt, sie wolle einem Jungen aus der Nachbarschaft einen Pulli zurückbringen. Sie habe sich noch gewundert, sagt die Mutter, sonst sei ihre Tochter so gut wie nie allein irgendwo hingegangen, und viel Kontakt zu dem Jungen habe sie auch nicht gehabt.

Es ist das letzte Mal, dass sie ihre Tochter sieht, danach verschwindet die 14-Jährige. Erst Tage später wird ihre Leiche im Teufelssee im hessischen Wetteraukreis entdeckt. Der jüngere Bruder hatte noch mit Ayleen geschrieben, er war mit seiner Mutter beim Schuhe kaufen – doch die Mutter äußert Zweifel, dass alle vor Gericht verlesenen Nachrichten wirklich von dem Mädchen stammen. Teils seien darin Formulierungen enthalten gewesen, die ihre Tochter niemals verwendet hätte.

Artikel 9 von 9