Wenn der Pechvogel ins Fettnäpfchen tritt

von Redaktion

Woher kommen gängige Redensarten über das Unglück? Ein Überblick zum heutigen Freitag, den 13. Oktober

Berlin – Wenn der 13. eines Monats auf einen Freitag fällt, fühlen sich manche Menschen vom Pech verfolgt. Doch woher kommen Redewendungen, die sich ums Unglück drehen?

Vom Regen in die Traufe: Wer erst in ein kleines Übel gerät und kurz darauf in einen noch schlimmeren Schlamassel, der kommt „vom Regen in die Traufe“. Diese Redewendung soll seit dem 17. Jahrhundert belegt sein. Tatsächlich hat sie ursprünglich etwas mit der Wetterlage zu tun. Als Traufe wird die Tropfkante am unteren Ende eines Daches bezeichnet. Das Wort leitet sich aus dem Althochdeutschen „trouf“ für „triefen“ ab. Wer unter einem Dach Schutz vor Regen sucht, aber unter die Traufe gerät, wird mitunter klitschnass – und noch schlimmer durchnässt als im Schauer. Das Englische kennt dem Duden zufolge eine ähnliche Redensart: Dort gerät man „out of the frying pan into the fire“ – also von der Bratpfanne ins Feuer.

Pechsträhne, Pechvogel, vom Pech verfolgt: Eine mögliche Erklärung kommt aus der Arbeitswelt der Büttner. Um Bier zu lagern, hat man früher Fässer innen mit dem Stoff beschichtet. Wer später Stückchen der schwarzen Flüssigkeit im Bierglas fand, hatte im Wortsinn Pech. Bekannter ist die uralte Methode der Jagd mit Hilfe des klebrigen Stoffs. Schon im Mittelalter wurden Äste mit Pech bestrichen, damit Vögel darauf feststecken – wortwörtliche Pechvögel.

Ins Fettnäpfchen treten: Der Begriff hatte schon in seiner ursprünglichen Bedeutung mit Ungeschicklichkeit zu tun. In Bauernhäusern stand früher in der Nähe der Tür eine Schale mit Fett, erklärt der Chemiker Georg Schwedt in seinem Buch „Sprüche mit versteckter Chemie“. Damit konnte das Leder nasser Stiefel beschmiert werden, damit es nicht brüchig wird. Zum Ärgernis wurde es, wenn jemand das Näpfchen umstieß und den Boden verdreckte.

Schwebendes Damoklesschwert: Der Ausdruck geht auf eine aus der Antike überlieferte Geschichte des römischen Schriftstellers Cicero zurück. Darin preist der Höfling Damokles den Tyrannen Dionysios von Syrakus als glücklichsten König. Der Herrscher tauscht den Platz mit ihm, lässt aber ein Schwert über dem Thron aufhängen, das nur an einem Pferdehaar hängt. So will Dionysios dem Höfling die ständige Bedrohung des Glücks vor Augen führen.  dpa

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