Hamburg – Der Hamburger Forscher Jan Philipp Reemtsma hat auch 30 Jahre nach seiner Entführung noch immer eine besondere Beziehung zum Tod. „Der Tod ist in meinem Leben wohl präsenter, als er es ohne das Erlebnis wäre“, sagte er dem „Spiegel“. „Die Erfahrung, dass man nicht nur einfach stirbt, sondern von der Willkür eines anderen abhängt, ob man noch zehn Minuten, zehn Stunden oder überhaupt weiterlebt, ist ungeheuer prägend.“ Reemtsma war 1996 von mehreren Tätern entführt und 33 Tage lang in einem Kellerverlies gefangen gehalten worden. Der damals 43 Jahre alte Millionenerbe kam nach der Zahlung einer hohen Lösegeldforderung frei. Die Polizei konnte die vier Entführer später fassen, sie wurden zu Haftstrafen zwischen fünf und 15 Jahren verurteilt.
Reemtsma forderte gleichwohl, mit dem Begriff „Trauma“ vorsichtig umzugehen. „Ich bin kein traumatisierter Mensch“, sagte er