Mensch nach Kuh-Kontakt mit Vogelgrippe infiziert

von Redaktion

WHO besorgt: Virus entwickelt sich zu weltweiter „Tier-Pandemie“ – Neuer Fall in den USA gemeldet

Immer mehr Kühe infizieren sich mit dem H5N1-Virus – und stecken auch Menschen damit an. © Lesser/dpa

Washington – In den USA ist ein weiterer Mensch nach Kontakt mit Kühen positiv auf Vogelgrippe getestet worden. Es handle sich damit um die zweite Infektion bei einem Menschen im Zusammenhang mit dem aktuellen Ausbruch in mehreren Bundesstaaten bei Milchkühen, teilte die Gesundheitsbehörde CDC am Mittwoch (Ortszeit) mit. Bei dem Infizierten handle es sich um einen Mitarbeiter eines Milchbauernhofes in Michigan, auf dem das Virus in Kühen nachgewiesen worden sei. Der Infizierte habe Symptome in den Augen ähnlich einer Bindehautentzündung gehabt, ein Augenabstrich habe ein positives Testergebnis gebracht, teilte die Gesundheitsbehörde mit. Die neue Infektion ändere nichts daran, dass das Vogelgrippe-Risiko in den USA für den Menschen als gering eingeschätzt werde.

Ende März war das H5N1-Virus erstmals bei Milchkühen in den USA entdeckt worden. Wahrscheinlich seien die Kühe von Wildvögeln angesteckt worden, hieß es damals nach Angaben des US-Landwirtschaftsministeriums. Anfang April meldeten die US-Behörden einen positiven Fall bei einem Menschen im Bundesstaat Texas. Die US-Behörden gehen davon aus, dass es sich dabei um die wahrscheinlich erste menschliche Ansteckung über eine Kuh handelte.

Wie das Virus die Kühe infiziert hat, ist unbekannt und ebenso, wie die Übertragungen geschehen. Experten vermuten über Melkmaschinen oder die Luft. Zu den Symptomen zählen eine geringere Milchproduktion und Appetitlosigkeit. Die US-Gesundheitsbehörde FDA verwies darauf, dass das Pasteurisieren der Milch das Virus zerstört. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) riet, nur pasteurisierte und keine Rohmilch zu konsumieren.

Die WHO hat wegen des Übergreifens des Vogelgrippe-Erregers auf immer mehr Arten Alarm geschlagen. Dass H5N1 nicht mehr nur Vögel befalle, rechtfertige „enorme Besorgnis“, sagte WHO-Chefwissenschaftler Jeremy Farrar. Das Virus habe sich zu einer weltweiten „Tier-Pandemie“ entwickelt. Damit wachse die Gefahr, dass sich immer mehr Menschen ansteckten und der Erreger schließlich von Mensch übertragen werde.

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