Schläft hier der Kanzler? Ein typischen Bett im Gipfel-Hotel Borgo Egnazia.
Hier plantschten schon Madonna und Justin Timberlake: der Pool des Luxus-Domizils.
Das Luxus-Hotel Borgo Egnazia in Apulien wurde einem typischen apulischen Dorf nachempfunden. Hier findet ab heute der G7-Gipfel statt. © Borgo Egnazia/afp (3)
Madonna oder Justin Timberlake verbrachten hier schon ihre Ferien: Borgo Egnazia ist ein luxuriöser Tourismuskomplex in der süditalienischen Region Apulien. Von Donnerstag bis Samstag halten dort nun die Staats- und Regierungschefs der Gruppe sieben wichtiger Industriestaaten (G7) ihren jährlichen Gipfel ab.
Borgo Egnazia liegt an der Adria-Küste am oberen Teil des „Stiefelabsatzes“ Italiens zwischen Brindisi und Bari. Die Ferienanlage wurde als künstliches Dorf von Grund auf neu gebaut, gleicht aber einer traditionellen Ortschaft der Region. Nur ist es eben kein Ort, sondern alles Fake. Kritiker sprechen von einer Art Ferien-Disneyland, seine Devise „nirgendwo anders“ umschreibt die ehrgeizige Vision des Edel-Tourismusprojekts, das in den vergangenen Jahren auch eine Reihe von Prominenten und Stars entdeckt haben.
Pop-Ikone Madonna war bereits dreimal in Borgo Egnazia und feierte dort auch schon ihren Geburtstag. 2012 heiratete dort auch der US-Sänger Justin Timberlake Schauspielerin Jessica Biel, umgeben von 80 Gästen und mit einem geschätzten Budget von mehreren Millionen Euro. Italiens Premierministerin Giorgia Meloni soll angeblich auch ihren Urlaub hier verbracht und den Ort dann für den Gipfel auserkoren haben.
Niemand braucht das Feriendomizil zu verlassen, um von allen Annehmlichkeiten der Region zu profitieren: Bars, ein Sterne-Restaurant, Geschäfte, Spa, Golfplatz. Der exklusive Traumurlaub in Borgo Egnazia hat dann auch seinen Preis: ein Doppelzimmer kostet mindestens 2000 Euro pro Nacht.
Zwischen Olivenhainen und Meer gibt es dafür ein Urlaubsdomizil mit mehreren Swimmingpools, blumengeschmückten Gassen und einer eigenen kleinen Piazza. An manchen Häuserwänden lehnen verrostete Fahrräder, als hätte sie jemand vor Jahren dort vergessen. Die Deko im unechten Dorf stimmt bis ins kleinste Detail. Teils gleicht die Abfolge von durch Mauerwerk gesäumten Gebäuden im traditionellen Stil auch einer Festung. Normalerweise ideal, um die Privatsphäre seiner wohlhabenden Bewohner zu schützen, können die Staats- und Regierungschefs der G7 hier nun gut bewacht ungestört unter sich blieben.
Wie bei G7-Gipfeln inzwischen üblich, sind auch die Medien nur punktuell am Tagungsort zugelassen. Sie berichten zumeist aus einem Pressezentrum im 60 Kilometer entfernten Bari. Und G7-Demonstranten werden voraussichtlich nicht einmal in die Nähe des weiträumig abgesperrten Gipfelareals kommen. In Fasano, ganz in der Nähe, musste sogar das Dorffest verschoben werden und auch der Strand darf an den Gipfel-Tagen nicht betreten werden.