Die Feuerwehr postete auf Facebook ein Bild von dem Feuer auf Hydra. Das Feuerwerk einer Jacht-Besatzung hatte den Brand ausgelöst. © Facebook
Athen – Die Empörung in Griechenland ist groß: „Sperrt sie ein!“, forderten am Sonntag die Nutzer in griechischen Sozialen Medien und: „Brandstiftung muss noch viel härter bestraft werden!“ Auf der Insel Hydra war zuvor der einzige Pinienwald der Insel in Brand geraten, mutmaßlich, weil die Besatzung einer Superjacht für ihre Gäste ein Feuerwerk entzündet oder Leuchtraketen abgefeuert hatte, deren Funken die trockene Vegetation entfachten. 13 Besatzungsmitglieder wurden vorläufig festgenommen.
Die Betreffenden hätten am Freitagabend noch versucht zu löschen, dann die Feuerwehr verständigt und sich davongemacht, berichteten griechische Medien. Vorbeifahrende Boote hätten den Vorfall beobachtet und ebenfalls den Behörden gemeldet. Als die knapp 55 Meter lange Jacht „Persefoni“ dann am Samstagnachmittag im Athener Küstenvorort Vouliagmeni anlegte, wurden 13 Besatzungsmitglieder festgenommen und das Boot festgesetzt und durchsucht. An Bord waren 17 Touristen aus Kasachstan.
Groß ist die Sorge in den Urlaubsregionen Südeuropas, dass der Sommer so wird wie der vergangene: mit Wald- und Buschbränden, die nur schwer unter Kontrolle zu bringen sind. Mehrere Menschen starben bei den Waldbränden in Südeuropa im vergangenen Jahr, zahllose Tiere verendeten, die Flammen ließen hunderttausende Hektar Wald- und Buschgebiete als verkohlte Wüsten zurück. Einsatzkräfte in Portugal, Spanien, Frankreich, Italien, Griechenland und der Türkei sowie auf Zypern bereiten sich auf neue Brände vor. Ob nun absichtlich oder fahrlässig – mehr als 90 Prozent der Brände gehen auf menschliches Verschulden zurück, sagen Experten.
In Spanien und Portugal waren Waldarbeiter den Winter über damit beschäftigt, totes Gehölz aus den Wäldern zu holen, um so die Brandgefahr einzudämmen. Generelle Zugangsverbote zu Wäldern gibt es in beiden Ländern nicht. In Frankreich ist erneut eine landesweite Kampagne angelaufen, um Brände zu verhindern. Die Kampagne setzt auf Prävention: Ein spezieller Wald-Wetterbericht warnt vor den Gefahren von Bränden, außerdem sind Forstbeamte verstärkt zur Überwachung in den Wäldern unterwegs. Drohnen sind im Einsatz, um Brände schneller zu entdecken.
Auch der italienische Zivilschutz und die Feuerwehr starten jährlich vor dem Sommer Kampagnen, um die Bevölkerung für die Waldbrandgefahr zu sensibilisieren. In diesem Jahr haben die Behörden nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre aufgerüstet: Neue Löschflugzeuge und -hubschrauber sowie weiteres schweres Gerät wurden angeschafft.
Athen hat im April angekündigt, 2,1 Milliarden Euro in den Katastrophenschutz zu investieren. Im vergangenen Jahr waren in Griechenland mindestens 25 Menschen bei Wald- und Buschbränden ums Leben gekommen, die verbrannte Fläche betrug rund 170 000 Hektar, der Brand nahe der nordgriechischen Hafenstadt Alexandroupolis galt als größter Waldbrand, der je in der EU verzeichnet wurde. In Griechenland brachen in den vergangenen Tagen bereits alle drei Minuten neue Feuer aus, die aber schnell gelöscht wurden. Der für Zivilschutz zuständige Minister Vassilis Kikilias warnte im griechischen Rundfunk: „Selbst ein Funke kann Vernichtung und Zerstörung anrichten.“ Wegen der enormen Hitze in Griechenland waren in den vergangene Tagen mindestens sechs Urlauber ums Leben gekommen.
In der Türkei sind die meisten Wälder für alle Besucher im Sommer tabu. So sperrten die Behörden in zahlreichen Provinzen schon Anfang Juni den Zugang zum Wald. Nach scharfer Kritik in der Vergangenheit hat die Türkei auch in der Vorsorge aufgerüstet: So sind 26 Flugzeuge, 14 Drohnen und 105 Helikopter in Dauerbereitschaft.