Ein Jahr auf dem Mars: Nasa beendet Simulation

von Redaktion

Freiwillige Probe-Astronauten verließen nach 378 Tagen ihre fensterlose Forschungsstation

Die vier vom Mars-Experiment: Probe-Astronautin Kelly Haston schildert die ersten Eindrücke nach dem Ende der Mission. © afp

Houston – Nach etwas mehr als einem Jahr haben vier Freiwillige ein Nasa-Experiment zum möglichen Leben auf dem Planeten Mars abgeschlossen. Die erste Mission des sogenannten „Chapea“-Programms endete am Samstag in Houston (Texas), nachdem die zwei Frauen und zwei Männer das 160 Quadratmeter große Mars-Simulationsgelände verlassen hatten.

Das Projekt mache es möglich, „wichtige Dinge über komplexe Systeme zu lernen, und es wird die Reise zum Mars und zurück viel sicherer machen“, sagte die technische Leiterin der US-Weltraumbehörde Nasa, Julie Kramer.

Das Nasa-Experiment war auf etwas mehr als ein Jahr angelegt: Vier Personen lebten 378 Tage auf dem Nasa-Gelände. Das fensterlose „Mars Dune Alpha“ wurde mithilfe eines 3D-Druckers geschaffen. Die Freiwilligen durften es nicht verlassen.

Die sichtlich gerührten Probe-Astronauten traten mit kurzen Botschaften vor die Kameras, bevor sie zurück zu ihren Familien durften. „Wir können diese Dinge gemeinsam schaffen“, sagte Ross Brockwell mit Blick auf eine Reise zum Mars. „Wir können unseren Sinn für Wunder und Zielstrebigkeit nutzen, um Frieden und Wohlstand zu erreichen und Wissen und Freude zum Wohle aller Menschen auf der ganzen Erde freizusetzen.“

Die Nasa will erstmals seit mehr als einem halben Jahrhundert wieder Menschen auf den Mond bringen. In den 2030er-Jahrfen soll es soweit sein. Langfristige Ziel ist die Errichtung einer permanenten Mondbasis als Grundlage für bemannte Missionen zum Mars.

Die vier Teilnehmer der ersten „Chapea“-Mission waren dabei keine ausgebildeten Nasa-Astronauten. Bewerben durfte sich jeder zwischen 30 und 55 Jahren, der gesund ist sowie einen naturwissenschaftlichen Universitätsabschluss und 1000 Flugstunden vorzuweisen hat.

Ein Jahr lang lebten die vier auf 160 Quadratmetern – mit etwa zwei mal drei Meter großen Schlafzellen, einer Art Wohnzimmer mit Fernseher und Sesseln, Arbeitstischen und einer medizinischen Station. Mit Familie und Freunden kommunizieren durften die vier Insassen – allerdings in „Mars-Zeit“, das heißt, dass sogar das Übermitteln einer kurzen Sprachnachricht meist 22 Minuten dauerte.

Artikel 3 von 8