Testla-Chef Elon Musk im Jahr 2010 mit seiner ehemaligen Verlobten Talulah Riley und den gemeinsamen Söhnen Griffin (li.) und Xavier. Xavier hat sich einer Geschlechtsangleichung unterzogen und heißt jetzt Vivian. © Picture Alliance
Washington – Mitten im US-Wahlkampf sorgt Elon Musk derzeit für viel Furore. Grund dafür sind Aussagen über seine Trans-Tochter Vivian Jenna Wilson (20), die Musk am Montag auf dem Nachrichtenportal „The Daily Wire“ von sich gab. Im Gespräch mit Jordan B. Peterson, einem unter jungen konservativen Männern beliebten Intellektuellen, äußerte sich Musk erstmals ausführlich über die Hintergründe der Geschlechtsangleichung seiner minderjährigen Tochter.
Im Verlauf des Gesprächs kam Musk zu der Aussage, das Woke-Virus (woke,Englisch für wach, aufmerksam) habe seinen Sohn getötet. Mit dieser Wortwahl lehnte sich Musk an das sogenannte Deadnaming an, also das Nennen einer Trans-Person bei ihrem „toten“, nicht mehr genutzten Namen.
Außerdem sei Musk reingelegt worden, als er der medizinischen Behandlung seines damals 16-jährigen Sohnes zustimmen sollte. „Man sagte mir, dass Xavier Suizid verüben würde“, erzählte Musk im Interview. Das habe sich aber als Lüge herausgestellt. „Niemand erklärte mir, dass Pupertätsblocker eigentlich Sterilisationsmittel sind“, so Musk. Offenbar war ihm zu diesem Zeitpunkt nicht klar, dass Medikamente, die die Pubertät unterdrücken, eine spätere Geschlechtsangleichung vorbereiten können.
Es ist nicht das erste Mal, dass sich Elon Musk abfällig über den sogenannten Wokeismus geäußert hat. Der rechts-konservative Besitzer von Tesla und SpaceX kritisierte in der Vergangenheit immer wieder die links-liberale soziale Bewegung, die sich für identitätspolitische Ziele stark macht. Im aufgeheizten gesellschaftlichen Klima vor der US-Wahl werden die Debatten um Gendergerechtigkeit und Anti-Rassismus – zwei Anliegen des Wokeismus – derzeit besonders heftig geführt. „The Daily Wire“ gehört zu den rechts-konservativen Medien, die an vorderster Front in den identitätspolitischen Kulturkampf gegen den Wokeismus gezogen sind.
Ben Shapiro, Gründer von „The Daily Wire“, schrieb bis 2016 für das rechtsextreme Nachrichtenprotal „Breitbart News“ und sprach sich wiederholt gegen die Homo-Ehe und Abtreibung aus.
Um Elons Musks Rolle im US-Wahlkampf ranken sich derzeit zahlreiche Mythen. Musk äußerte sich immer wieder positiv über Trump. Im Gespräch mit Jordan B. Peterson dementierte er aber, dass er – wie Medien zuvor berichtetet hatten – 45 Millionen Dollar monatlich an Trump spenden würde.
Stattdessen sprach der Tech-Milliardär über seine Pläne, eine politische Stiftung zu gründen. „Der Betrag, den man direkt an Kandidaten spenden kann, ist ziemlich gering“, sagte Musk. Eine politische Stiftung hingegen erlaube es, deutlich mehr Geld ins Spiel zu bringen – auch in Wahlkampagnen. Ob er Trumps Kampagne unterstützen will, ließ Musk aber offen. Ziel seiner Stiftung solle es sein, das Leistungsprinzip und bürgerliche Freiheiten zu stärken.
MAYANK SHARMA