2025 startet mit Jubel und Chaos

von Redaktion

Fünf Menschen sterben durch Böller – Kugelbomben verwüsten 36 Wohnungen

Feuerwerk gab es in Berlin – aber auch Krawall. © Zinken/dpa

Mit Pyrotechnik wurden in der Silvesternacht Polizeibeamte in Leipzig angegriffen. © Willnow/dpa

Berlin/Rio de Janeiro – Deutschland ist überwiegend friedlich und fröhlich ins Jahr 2025 gestartet. Überschattet werden die Feierlichkeiten aber von Angriffen auf Einsatzkräfte und von Böller-Unfällen: Mindestens fünf Männer starben beim Hantieren mit Pyrotechnik. Etliche weitere Menschen wurden teils lebensbedrohlich verletzt. Schwere Schäden entstanden durch sogenannte Kugelbomben. Weltweit feierten Milliarden Menschen den Jahreswechsel mit farbenfrohen Partys.

Auch Deutschland blieb es weitgehend ruhig, aber nicht überall: Allein die Berliner Polizei nahm während der Böllerei in der Silvesternacht mindestens 390 Menschen wegen unterschiedlicher Straftaten fest. Nach einer vorläufigen Bilanz seien 15 Polizisten und eine Einsatzkraft der Feuerwehr verletzt worden, teilte Innensenatorin Iris Spranger mit.

Angriffe auf Polizisten gab es auch in Leipzig: Müll brannte, Barrikaden wurden gebaut, etwa 50 Menschen griffen Einsatzkräfte der Polizei mit Feuerwerk und Flaschen an. Bei den registrierten Straftaten sei es vor allem um gefährliche Körperverletzung, Landfriedensbruch und Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz gegangen, so die Ermittler.

Die Polizei in Kiel wurde von einer größeren Menschengruppe attackiert, als die Beamten den Einsatz eines Notarztes absichern wollten. Streifenwagen seien vor dem Notarzt eingetroffen und von etwa 70 bis 80 Menschen angegangen worden. Es sei unter Diensthund- und Pfeffersprayeinsatz gelungen, dem Notarzt die Arbeit zu ermöglichen.

Angesichts der erneuten Angriffe auf Einsatzkräfte in der Silvesternacht zeigt sich die Gewerkschaft der Polizei (GdP) mit der Geduld am Ende, was das Auftreten mancher junger Männer in sozialen Brennpunkten angeht. „Ich ertrage dieses Macho-Verhalten auf den Straßen und in den sozialen Medien nicht mehr“, sagte der Bundesvorsitzende Jochen Kopelke den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Immer wieder gebe es junge Männer aus sozialen Brennpunkten, die meinten, sie beherrschten die Straße.

Mit Blick auf die Attacken gegen Polizisten und Feuerwehrleute forderte Kopelke schnelle Konsequenzen für die Angreifer: „In Leipzig, München, Köln und Hamburg wurden wir gezielt beschossen und verletzt. Das muss schnelle und spürbare Konsequenzen für die Täter und spürbare Auswirkungen auch in die linksextremistische Szene haben.“ Am Bonner Hauptbahnhof schossen Jugendliche mit einer Silvesterrakete gezielt auf einen schlafenden Obdachlosen. Der Mann habe einen Schock erlitten. Die Verdächtigen sollen die Attacke mit einem Handy gefilmt haben.

Gleich zwei tödliche Böllerunglücke gab es in Sachsen: In Oschatz östlich von Leipzig starb ein 45-Jähriger, der eine Großfeuerwerksbombe der Kategorie F4 gezündet hatte, wie die Polizei mitteilte. Solches Feuerwerk darf in Deutschland nur mit behördlicher Erlaubnis gekauft werden. Zudem wurde laut Polizei ein 50-Jähriger in Hartha in der Nähe von Chemnitz tödlich verletzt, als er mit Feuerwerk hantierte.

Bei Paderborn starb ein 24-Jähriger beim Hantieren mit einem Feuerwerkskörper. Bei einer Explosion starb auch ein 20-Jähriger in Hamburg, in seinem Fall handelte es sich um einen selbst gebauten Böller. Ein Silvesterböller tötete einen 21-Jährigen im Norden von Brandenburg. Der Mann habe in Kremmen offensichtlich eine Kugelbombe gezündet, aber keine Erlaubnis dafür gehabt, sagte ein Polizeisprecher. Durch illegale Kugelbomben entstanden in Berlin große Schäden, etliche Menschen wurden teils schwer verletzt. Im Stadtteil Schöneberg wurden bei einer heftigen Detonation zahlreiche Häuserfassaden schwer beschädigt, 36 Wohnungen sind unbewohnbar.

Im australischen Sydney war das große Feuerwerk gigantisch: Rund neun Tonnen Pyrotechnik erleuchteten den Himmel über dem Hafen. Aufsehenerregende Lichtershows gab es in asiatischen Metropolen, etwa in Tokio und Hongkong. An der Copacabana in Rio de Janeiro besuchten bis zu 2,5 Millionen Menschen die Silvesterparty.

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