Ein Mann liegt schnarchend in seinem Bett, während sich seine Partnerin die Ohren zuhält. © Hörhager/dpa
Leverkusen – Etliche Menschen in einer Partnerschaft fühlen sich durch das Schnarchen ihres Bettnachbarn gestört. Bei einer Umfrage gaben 46 Prozent an, ihr Partner oder ihre Partnerin schnarche. Fast jede Dritte der befragten Frauen empfindet das lautstarke Gesäge von nebenan demnach als belastend für die Beziehung – bei den Männern ist es nur knapp jeder Fünfte. Das ergab eine repräsentative Umfrage der Krankenkasse Pronova BKK unter Menschen in Partnerschaften.
Um den Beziehungsfrieden zu wahren, greifen viele Schnarcher selbst zu Maßnahmen. So versuchen beispielsweise 39 Prozent von ihnen, auf der Seite zu schlafen. Einige nutzen Nasenpflaster (4 Prozent) oder haben sich sogar einer Schnarch-Operation unterzogen (3 Prozent).
Studien belegten, dass Männer mehr schnarchen als Frauen, so die Krankenkasse. Vor allem Alkohol, aber auch Schnupfen begünstigten die ungebliebten Schlaf-Begleiter. Zudem sei der Hals der Männer oft kräftiger und die Atemorgane im Allgemeinen größer. „Aber vor allem die Sexualhormone scheinen für den Unterschied verantwortlich zu sein“, so die BKK. Schnarchen zu beschreiben, da täten sich allerdings selbst Experten mit einer Definition schwer. Ganz allgemein bezeichne man es als das knatternde Geräusch, das man während des Schlafs beim Atmen mache, ohne selbst aufzuwachen. Zwei Drittel aller Schnarcher erreichten damit eine Lautstärke von über 45 Dezibel. „Das entspricht einer laufenden Waschmaschine im Nebenzimmer.“
Schnarchen entstehe dadurch, dass der Atem beim Schlafen die weichen Gewebe entlang der oberen Luftwege zum Vibrieren bringe. Während des Schlafs lasse die Muskelspannung im gesamten Körper nach, die Muskeln in Hals und Rachen einschließlich der Zunge erschlaffen, und die oberen Atemwege verengen sich. Wenn man ein- und ausatme, ströme die Atemluft nun schneller durch diese Engstellen und erzeuge Turbulenzen.
Abgesehen vom Schnarchen gibt es noch weitere Dinge, die beim Schlafen mit Partner nerven, etwa nächtliches Herumwälzen (10 Prozent), kalte Füße (9 Prozent) oder die Handy-Nutzung im Bett (7 Prozent). In einem weiteren Fragenkomplex gaben 34 Prozent der Befragten an, dass sie ohne Partner im Bett besser schlafen würden. Und 22 Prozent der Befragten ziehen nachts häufiger um, weil der Partner stört.