Helau, Alaaf und bissige Satire

von Redaktion

Rosenmontag im Rheinland: Viel Spott für die Politik beim Karneval

Prinz René I. winkte in Köln vom Wagen. © Berg/dpa

Schmerz statt Merz: Wagen in Köln. © Berg/dpa

Zehntausende feierten in den Karnevalshochburgen. © dpa

Putin und Trump schließen den Hitler-Stalin-Pakt 2.0 – und zerquetschen dabei Selenskyj. © Gambarini/dpa

Weidel als Hakenkreuz-Hexe: Der Düsseldorfer Motivwagen stellt dar, wie die AfD-Chefin Jungwähler in den Sozialen Medien umwirbt. © Gambarini/dpa

Düsseldorf/Köln – Unter wolkenlosem Himmel haben die Rosenmontagszüge in Köln und Düsseldorf zehntausende Menschen angezogen. Allein in Köln brachten dabei etwa 12 500 Teilnehmer rund 300 Tonnen Süßigkeiten und 300 000 Blumensträuße unter die Narren. Die Feiernden waren in den Karnevalsmetropolen bei meist sonnigem Wetter auf den Straßen. Traditionell wurden wieder zahlreiche Politiker aufs Korn genommen.

Der meistpersiflierte Mann an diesem Rosenmontag war Donald Trump – „das ist einfach seinem Wahnsinn geschuldet, da kommen wir Wagenbauer kaum hinterher“, sagte der Düsseldorfer Wagenbauer Jacques Tilly der Deutschen Presse-Agentur. Allein in Düsseldorf fuhren drei Trump-Wagen im Zug mit.

Auf einem schloss der US-Präsident mit Russlands Präsident Wladimir Putin einen „Hitler-Stalin-Pakt 2.0“ ab und zerquetschte dabei die Ukraine. Der Hitler-Stalin-Pakt von 1939 hatte den Weg für die Invasion und Aufteilung Polens durch Nazi-Deutschland und die Sowjetunion frei gemacht. Tilly verwies zur Erklärung auf den Eklat im Weißen Haus, als Trump den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj lautstark mit Vorwürfen überzogen und gedroht hatte, die Ukraine im Stich zu lassen. „Wir müssen schon harte Satire machen, entsprechend der dramatischen Weltsituation“, sagte Tilly.

Ein weiterer Motivwagen zeigt die Herrscher Putin, Xi und Trump, die vor Manneskraft kaum noch laufen können. „Das Zeitalter der Großmäuler hat begonnen – oder ist zurück, wenn man etwa an Mussolini denkt.“ Alle drei Weltmächte seien nun in den Händen demokratiefeindlicher Despoten. Das Fazit: „Europa ist eine der letzten Inseln der Liberalität.“

Erstmals bekommt der südafrikanische Milliardär Elon Musk sein Fett weg: Ein Pfleger ist mit einer Zwangsjacke hinter dem reichsten Mann der Welt her, der zum Napoleon-Hut eine US-Flagge in Hakenkreuz-Form und eine Windel mit AfD-Aufdruck trägt. Die Botschaft sei: „Musk ist verrückt geworden und zum rechtsradikalen Troll mutiert. Es ist einfach unglaublich, was aus Menschen werden kann, wenn sie die Balance verlieren.“

Eine besondere Herausforderung für alle Wagenbauer war dieses Jahr, dass sie zwischen der Bundestagswahl und Rosenmontag nur eine Woche Zeit hatten. Tilly zeigte Wahlgewinner Friedrich Merz als Esel, der einen Karren mit so schweren Problemsäcken ziehen muss, dass er von der Last hoch gewippt wird und in der Luft baumelt. „Wollen wir mal hoffen, dass er kein Leichtgewicht ist“, sagte Tilly dazu.

Ein anderer Wagen zeigte AfD-Chefin Alice Weidel als böse Hexe, die mit einem Lebkuchen in Hakenkreuz-Form die Jungwähler Hänsel und Gretel bezirzt. „Der Wagen soll zeigen, dass die AfD sehr geschickt darin ist, junge Menschen über die Social Media in ein radikales Weltbild zu locken“, sagte Tilly zur Erklärung.

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