Über dem brennenden Tanker sind dichte Rauchschwaden zu sehen. © Smialek/dpa
London – Vor der britischen Küste hat sich am Montagmorgen ein Schiffsunglück ereignet. Der Öltanker „Stena Immaculate“ stieß mit dem Frachtschiff „Solong“ zusammen und geriet in Brand. Dabei soll es mehrere Explosionen gegeben haben. Gut 30 Menschen wurden britischen Medien zufolge von anderen Schiffen an Land gebracht, die Besatzung des Tankers soll in Sicherheit sein. Zugleich gab es Berichte über Vermisste.
Der Zusammenstoß ereignete sich laut dem US-Schifffahrtsunternehmen Crowley, während der Öltanker vor der Nordseeküste nahe der Hafenstadt Hull ankerte. Dabei sei das Schiff vom Frachter „Solong“ gerammt worden. Die Reederei Stena Bulk erklärte, es sei zu früh, um über die Unfallursache zu spekulieren.
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace teilte mit, man beobachte die Situation genau. „Sowohl die hohe Geschwindigkeit als auch die Videos von den Folgen geben Anlass zu großer Sorge“, sagte ein Sprecher. Es sei aber noch zu früh, das Ausmaß von Schäden für die Umwelt zu bestimmen, so der Sprecher weiter. Die Größenordnung von Auswirkungen hingen von mehreren Faktoren ab, darunter des Typs und der Menge an Öl, die der Tanker geladen habe, dem Treibstoff in beiden Schiffen und wie viel davon ins Wasser gelangt sei.
Wie sich ein Austritt von Öl auswirke, hänge auch stark von den Wetterbedingungen ab. „Im Falle einer Ölpest oder eines Verlusts von Gefahrgut aus dem betroffenen Containerschiff wird auch die Schnelligkeit der Reaktion entscheidend sein, um Auswirkungen zu begrenzen“, sagte der Greenpeace-Sprecher. An Bord des Tankers seien gut 20 Menschen gewesen. Der Leiter des Hafens von Grimsby sagte, ihm sei von einem „Feuerball“ berichtet worden. Der Vorsitzende des Stadtrates der nahegelegenen Stadt Hull sprach von einer „verheerenden“ Lage. Die potenziellen Umweltfolgen seien besorgniserregend. Die Küstenwache prüft, ob und welche Maßnahmen erforderlich sind.
Auf Internetseiten, die Schiffsrouten detailreich verfolgen, ist zu sehen, wie mehrere Schiffe in der Nähe vor Ort sind. Die „Stena Immaculate“ fährt unter US-Flagge, die „Solong“ unter portugiesischer.