Angst vor dem Ausbruch

von Redaktion

Phlegräische Felder: Starkes Erdbeben am Supervulkan

Die Phlegräischen Felder bei Neapel werden aufgrund ihrer Größe auch als Super-Vulkan bezeichnet.

Die Menschen haben aus Angst vor weiteren Beben ihre Häuser verlassen und die Nacht auf der Straße verbracht. © Imago

Die Phlegräischen Felder, ein Gebiet mit hoher vulkanischer Aktivität, werden seit geraumer Zeit von Erdbeben heimgesucht. © Getty Images

Die Angst geht um im Westen Neapels. Am frühen Donnerstagmorgen wurde die Bevölkerung durch einen schweren Erdstoß geweckt. Das Epizentrum des Bebens befand sich in der Ortschaft Pozzuoli, 20 Kilometer westlich von Neapel. Auch in der Stadt mit knapp einer Million Einwohnern am Rande des Vesuvs liefen die Menschen in Folge des Bebens nachts auf die Straße. Vier Menschen wurden verletzt.

Doch nicht der östlich von Neapel gelegene Vesuv ist die derzeitige Bedrohung. Westlich von Neapel befindet sich der unterirdische Vulkan der Phlegräischen Felder. „Supervulkan“, nennen ihn manche. Tatsächlich handelt es sich um einen „Caldera“ genannten Riesenkrater, der sich bei einem Ausbruch vor 15 000 Jahren gebildet hat. Die Felder umfassen eine Fläche von bis zu 150 Quadratkilometern und reichen bis in das Meer, fast bis zur Insel Ischia. Rund 1,5 Millionen Menschen leben in jener Caldera, deswegen stehen die Phlegräischen Felder unter besonderer Beobachtung.

Der Erdstoß um 1.25 Uhr morgens hatte eine Stärke von 4,4. Fotos und Videoaufnahmen zeigen Menschen, die nachts bei Regen auf die Straße liefen. „Seit Monaten leben wir in dieser Situation und niemand unternimmt etwas“, sagte eine Anwohnerin aus Pozzuoli in einem Video des Senders AGTW. „Meine Wohnung ist kaputt, überall sind Risse in den Wänden, der Putz fiel von der Decke. Ich habe Angst, wieder nach drinnen zu gehen.“ Viele Menschen verbrachten die Nacht im Auto. Das Beben war nicht nur in Neapel, sondern auch in anderen Orten der Region Kampanien zu spüren.

Schäden wurden vor allem in Pozzuoli und Bagnoli gemeldet. Mehrfach rückte die Feuerwehr in den Morgenstunden aus, sie berichtete von herabgestürzten Gebäudeteilen sowie Panikattacken. Eine Person wurde leicht verletzt, nachdem eine Zwischendecke in einem Wohnhaus in Pozzuoli eingestürzt war. In Bagnoli waren einige Menschen kurzzeitig in einem Haus eingeschlossen. Die Haustüren ließen sich in Folge des Erdbebens nicht mehr öffnen. Einige Bewohner konnten sich selbst befreien und aus den Fenstern aussteigen, andere mussten auf die Feuerwehr warten.

Das Erdbeben ereignete sich drei Kilometer unter der Erdoberfläche. Der besonders starke Erdstoß war Teil eines sogenannten Schwarmbebens mit über 20 Erdstößen. Der letzte wurde um 3.26 Uhr mit einer Stärke von 1,1 registriert. Zuletzt hatte es im Mai 2024 einen schweren Erdstoß in den Phlegräischen Feldern gegeben, es war das heftigste Beben seit 40 Jahren.
JMM

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