Berlin – Der Fall könnte sich zu einer der größten Mordserien im deutschen Gesundheitswesen entwickeln. Ein bereits inhaftierter Palliativmediziner soll mindestens 15 Menschen in Berlin getötet haben – deutlich mehr als zunächst angenommen. Die Staatsanwaltschaft Berlin hat den 40-Jährigen nun wegen Mordes angeklagt.
Der deutsche Arzt soll die Taten im Rahmen seiner Tätigkeit für einen Pflegedienst in Berlin begangen haben. Palliativärzte begleiten schwerstkranke Menschen. Ohne „medizinische Indikation und ohne deren Wissen und Zustimmung“ soll der Mediziner 12 Frauen und 3 Männern zwischen 2021 und 2024 jeweils „ein tödliches Gemisch verschiedener Medikamente“ verabreicht haben. Das erste und jüngste Opfer soll eine 25-Jährige sein, das älteste eine 94-Jährige. Die Staatsanwaltschaft sieht niedrige Beweggründe und Heimtücke als Motiv.
Die Ermittlungen wurden ausgelöst durch Brände, die er gelegt haben soll, um Tötungen von Patienten zu verdecken. Der beschuldigte Palliativarzt sitzt seit August 2024 in Untersuchungshaft. Damals war die Staatsanwaltschaft von vier Opfern ausgegangen. Im Laufe der Ermittlungen, bei denen auch Leichen ausgegraben wurden, stieg die Zahl erst auf acht, dann auf zehn – nun auf 15. Aktuell gibt es noch Ermittlungen in 75 Fällen, hieß es von der Staatsanwaltschaft.