In Spanien gehen die Lichter aus

von Redaktion

Riesiger Blackout im ganzen Land und Teilen Frankreichs und Portugals

Die U-Bahn in Madrid wurde evakuiert. © MARISCAL/epa

Was ist denn hier los? Besucher der Bar im spanischen Toledo saßen plötzlich im Dunklen. © HERRERO/epa

Nichts geht mehr: Weil die Ampeln außer Betrieb sind, regelt eine Polizistin in San Sebastian im Baskenland den Verkehr. © ETXEZARRETA/epa

Madrid/Lissabon – Ausgefallene Ampeln, stehende Züge und ein abgebrochenes Tennisturnier: Ein massiver Stromausfall hat die Iberische Halbinsel am Montagmittag erfasst. Millionen Menschen sind in weiten Teilen Spaniens und Portugals auf dem Festland von dem Blackout betroffen. Die gute Nachricht: Die Versorgung sei inzwischen in mehreren Gebieten im Norden, Süden und Westen der Halbinsel wieder gesichert, meldet der spanische Stromnetzbetreiber Red Eléctrica am Abend. Die komplette Wiederherstellung der Stromversorgung im spanischen Stromnetz könnte allerdings noch zwischen sechs und zehn Stunden dauern, zitiert die spanische Zeitung „El País“ einen Sprecher des Stromnetzbetreibers Red Electrica.

Unser Reporter Marcus Mäckler, der sich derzeit in Valencia aufhält, berichtet mittags von der angespannten Lage auf den Straßen. Die Ampeln gehen nicht, weshalb sich im Hafenviertel ein Zivilbeamter eine Schutzweste angezogen hat und spontan den Verkehr regelt. Die Cafés sind dunkel, aber die Menschen sitzen ohnehin in der Sonne. An den Tankstellen gibt es kein Benzin mehr. Auch unser Mitarbeiter Nick Mandel erlebt den Blackout in Madrid live. Er berichtet von überfüllten Straßen, vielen Einsatzkräften mit Blaulicht und Hamsterkäufen. „Die Situation ist echt gruselig.“

Auch Reporter der Deutschen Presse-Agentur melden, wie im ganzen Land der Betrieb der Infrastruktur und des Mobilfunks sowie der Verkehr beeinträchtigt ist: Ampeln und Aufzüge an Bahnhöfen, in Flughäfen und in anderen Gebäuden sind ausgefallen. Wegen des Stromausfalls muss das Masters-1000-Tennisturnier in Madrid unterbrochen werden. Immerhin: Dank des Einsatzes von Generatoren sind die Krankenhäuser nicht betroffen.

Nach Angaben der spanischen Eisenbahngesellschaft Renfe war um 12.30 Uhr das „gesamte nationale Stromnetz“ ausgefallen – an allen Bahnhöfen seien die Züge stehen geblieben und nicht abgefahren. Eine Wiederaufnahme des Mittel- und Fernverkehrs ist derzeit nicht absehbar, erklärt der spanische Verkehrsminister Óscar Puente am Abend.

Auch Spaniens Flughafenbetreiber Aena meldet „Zwischenfälle“ wegen des Blackouts. Notfallgeneratoren seien aktiv. Passagiere, die eine Reise planen, sollten sich mit Fragen an ihre jeweilige Fluggesellschaft wenden, da es möglicherweise Probleme bei der Weiterreise am Boden gebe.

Der spanischen Zeitung „El País“ zufolge beschränkt sich der massive Blackout auf das Festland. Demnach berichten Reporter, dass die zum Land gehörenden Inselgruppen Kanaren und Balearen nicht betroffen seien. Auch das Nachbarland Portugal erlebt einen weitreichenden Blackout, vom Norden bis in den Süden des Landes, berichtet der Sender RTP.

Im in den Pyrenäen gelegenen Kleinstaat Andorra dauert der Stromausfall dagegen nur wenige Sekunden, meldet dessen Energieversorger FEDA. Der Ausfall sei auf spanischer Seite verursacht worden und die Elektrizität dank der „automatischen Wiederverbindung mit der aus Frankreich kommenden Leitung“ umgehend wiederhergestellt worden. Allerdings ist auch Frankreich zwischenzeitlich vom Blackout betroffen. Der Stromnetzbetreiber RTE schreibt, dass Haushalte im französischen Teil des Baskenlandes einige Minuten lang ohne Strom waren. Die Versorgung sei aber wiederhergestellt worden.

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