Hameln – Insassen des Jugendgefängnisses Hameln in Niedersachsen tauschen ihre Häftlingskleidung gegen eine Feuerwehruniform: Für ein Pilotprojekt haben sie auf dem Gefängnisgelände in der niedersächsischen Stadt ihre neu erlernten Fähigkeiten bei der Brandbekämpfung unter Beweis gestellt. Seit Monatsbeginn wurden die verurteilten jungen Männer von Feuerwehrleuten und internationalen Fachleuten darin geschult, Brände zu löschen, wie das Gefängnis mitteilte. Ziel ist demnach, ihnen bei der Resozialisierung zu helfen.
Die zehn Männer im Alter von durchschnittlich 20 Jahren absolvierten zunächst eine Grundausbildung. Später wurde ihnen gezeigt, wie man Wald- oder Wiesenbrände bekämpft. Die Idee für das Projekt kommt von dem Straf- und Jugendrichter am Lüneburger Landgericht, Michael Herrmann. Er ist selbst Feuerwehrmann und lernte die Jugendlichen mit an. Nur die Grundausbildung ohne den Waldbrandanteil wird in Hameln bereits seit 2012 jährlich angeboten. Nach Abschluss der Ausbildung werden Termine angeboten, um Feuerwissen aufzufrischen oder Neues zu erlernen.
Den Häftlingen sollen unter anderem Disziplin, Verantwortungsgefühl und Teamfähigkeit vermittelt werden. Beides sei unerlässlich für die effektive Bekämpfung von Bränden sowie das praktische Leben, hieß es in einer Mitteilung.
Sie sollen sich weiterentwickeln und bestenfalls nach dem Gefängnis ehrenamtliche Tätigkeiten etwa im Bevölkerungsschutz übernehmen. Seit 2012 hätten sich mindestens acht ehemalige Insassen der Freiwilligen Feuerwehr angeschlossen, sagte ein Gerichtssprecher.