Spiel-Erfinder Alex Butler mit seinen Eltern Leslie (re. ) und Mark. © Facebook
Seattle – „Ich glaube, ich werde mir einen Lamborghini kaufen.“ Solche Worte aus dem Mund eines 15-Jährigen wären normalerweise reine Aufschneiderei. Im Fall von Alex Butler nicht. Denn der Teenie aus Seattle hat gerade ein Kartenspiel, das er im Alter von 7 Jahren entwickelt hatte, für mehrere Millionen Dollar verkauft.
Bereits als kleiner Bub hatten seine Eltern Leslie und Mark ihn für Brett- und Kartenspiele begeistert. Weshalb Alex inspiriert war, 2017 sein eigenes Spiel zu erfinden. Der „Seattle Times“ verriet der Neuntklässler, dass ihm die Idee für „Taco vs Burrito“ aus heiterem Himmel gekommen war – „dabei ess ich beides nicht!“ In seinem Kartenspiel geht es darum, die verrückteste und gleichzeitig gehaltvollste Mahlzeit zu kreieren, indem man Zutaten, Bauchschmerzen und andere Aktionskarten auf eine Taco oder Burrito platziert.
Alex spielte verschiedene Prototyp-Versionen des Spiels mit seinen Freunden und auch Erwachsenen in örtlichen Cafés: „Dabei sind mir dann immer neue Ideen gekommen, wie ich mein Game noch besser und spannender machen kann.“ Seine Mutter Leslie schlug vor, mithilfe einer Crowdfunding-Webseite Kapital zu sammeln, damit er das Spiel professionell produzieren lassen konnte. Dazu stellte Alex es bei der Comic Con in Seattle vor. Das Ergebnis: Das Geld strömte und anstatt der angepeilten 1000 Dollar kamen innerhalb weniger Wochen 25 000 Dollar Kapital zusammen.
Mit dem Geld ließen sich fast 3000 Spiele herstellen, die sie auf Amazon zum Verkauf anboten. Mutter Leslie war überzeugt, „dass Alex letztendlich die Lust daran verlieren würde, so wie es Jungen seines Alters tun“. Sie täuschte sich. Das Spiel war schnell ausverkauft und die Familie ließ daraufhin die 10-fache Menge herstellen. Alex‘ Vater meldete aus Haftungsgründen eine Spiele-Firma mit Namen „Hot Taco Inc“ an. Sein Sohn besaß die Aktienmehrheit.
Im ersten Jahr machte die Firma bereits 1,1 Million Dollar Umsatz. In den nächsten sechs Jahren verkaufte Alex über 1,5 Millionen Spiele und „Taco vs Burrito“ war zeitweise sogar die Nr. 1 auf der Amazon-Rangliste der Bestseller-Kartenspiele. Anfang des Jahres wurde die „Hot Taco Inc.“ von Jonathan Berkowitz kontaktiert. Der CEO des großen amerikanischen Spieleunternehmens PlayMonster war fassungslos, „als ich erfuhr, dass sich ein siebenjähriges Kind sich solch tolles Spiel für Jung und Alt ausgedacht hat“. Er bot Alex an, ihm die Rechte abzukaufen. Dieser musste nicht lange überlegen: „Ich habe jetzt nicht besonders an dem Spiel gehangen und das Angebot war zu gut, um es abzulehnen.“ Wie viele Millionen genau gezahlt wurden, darüber bewahren beide Seiten Stillschweigen. Doch mithilfe seiner Eltern soll das meiste Geld angelegt werden, womit Alex bereits ausgesorgt hat – ehe er überhaupt mit der Highschool beginnt. CHRISTIAN THIELE