Beckers neues Buch erscheint heute.
Immer an seiner Seite: Lilian begleitet Becker stets beim Prozess in London. © Imago
Er verdankt ihr alles: Boris Becker mit seiner Frau Lilian de Carvalho Monteiro. Ihr gemeinsames Kind soll im Dezember zur Welt kommen. © Schneider-press
Mailand – Die Widmung sagt alles: „Dieses Buch ist meiner verstorbenen Mutter Elvira gewidmet und der Frau, die mich gerettet hat, meine Ehefrau Lilian. Sie sind der Grund, warum ich heute hier bin. Ich liebe euch beide.“ Mit „Inside. Gewinnen – Verlieren – Neu beginnen“ hat Boris Becker (57) ein Buch vorgelegt, das mehr als nur eine weitere Promi-Autobiografie ist. Der ehemalige Tennis-Star, der heute sein Werk veröffentlicht, gewährt darin einen schonungslosen Einblick in seine Zeit im britischen Gefängnis und die inneren Kämpfe, die er dort austragen musste. Doch neben der schmerzhaften Aufarbeitung seiner Haft schildert Becker vor allem die zentrale Rolle seiner heutigen Ehefrau Lilian de Carvalho Monteiro (35), die er als seinen wichtigsten Anker und „Kapitän“ in dieser existenziellen Krise bezeichnet.
Becker, der in dne Achtzigern als jüngster Wimbledon-Sieger die Welt eroberte, fand sich im April 2022 als Häftling A2923EV wieder. Wegen Insolvenzstraftaten wurde er zu 30 Monaten Haft verurteilt. Rund sieben Monate davon saß er in den Gefängnissen Wandsworth und Huntercombe ab. In „Inside“ beschreibt er die brutale Realität in zwei der härtesten Gefängnisse Englands.
Im Kontrast zu dieser düsteren Erfahrung steht die Beziehung zu Lilian. Becker hatte sie vor seiner Verurteilung kennengelernt, und sie stand ihm in der schwierigsten Phase seines Lebens bei. Im Buch beschreibt Becker, wie das Telefonieren mit seiner Frau sein „Lebenselixier“ war und die einzige Möglichkeit, er selbst zu sein. Sie war es, die ihn nicht nur moralisch unterstützte, sondern auch an seinen Wiederaufstieg glaubte, als er nichts mehr hatte, womit er sie beeindrucken konnte – weder Geld, Ruhm noch Ehre.
Lilian de Carvalho Monteiro selbst hat sich im „Spiegel“ zu dieser Zeit geäußert und berichtet, dass Becker ihr vor der Urteilsverkündung vorschlug, nicht auf ihn zu warten, sondern ihr Leben weiterzuleben. Ein Vorschlag, der sie nach eigener Aussage fast „gekränkt“ habe.
Regelmäßig besuchte sie ihn im Gefängnis: „Und ich hatte Lilian. Sie durfte mich jetzt dreimal im Monat besuchen. Wir kannten das System mittlerweile und wussten, wie wir uns geschickt darin bewegen konnten. Ich füllte das Antragsformular aus, trug ihren Namen und unseren Beziehungsstatus ein, dann das jeweilige Datum und die Uhrzeit“, schreibt Becker. „Mit Lilian vergingen die zwei Stunden immer wie im Flug.“ Auch in ihren Briefen gab sie ihm Kraft. Einer von ihnen endete mit den Worten: „Bleib stark, Amore! Hab dich lieb!“
Ihr uneingeschränkter Rückhalt und ihre Entscheidung, an seiner Seite zu bleiben, haben Becker offenbar die Kraft gegeben, die Monate zu überstehen und neu anzufangen. Lilian hatte Angst, dass sich ihr Mann im Gefängnis verändert, wie sie in dem gemeinsamen „Spiegel“-Interview weiter verrät: „Dass er gebrochen, traumatisiert, ein anderer Mann sein würde. Aber ich denke, er ist besser aus dem Gefängnis rausgekommen, als er reingegangen ist.“ Er sei klarer, sagt sie. „Er kam nicht wie ein Verletzter zurück. Wir haben die Situation in die Hände genommen. Wir fangen neu an.“
Das haben sie: Boris Becker und Lilian leben mittlerweile in Mailand. Im September 2024 gaben sie sich in Portofino das Jawort, im Juli 2025 verkündete Becker, dass Lilian schwanger ist und er zum fünften Mal Vater wird. Das Kind soll im Dezember zur Welt kommen, verriet Becker.