Magdeburg: Angeklagter kündigt Hungerstreik an

von Redaktion

Magdeburg – Im Prozess um den Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt mit sechs Toten und hunderten Verletzten hat der Angeklagte eingeräumt, die Tat geplant zu haben. Er habe den Angriff „vor 16 Monaten“ geplant, sagte Taleb A. am zweiten Prozesstag am Dienstag vor dem Landgericht Magdeburg. Zugleich gab der 51-Jährige an, dass er am Montag in einen Hungerstreik getreten sei. Der Angeklagte sagte in seiner stundenlangen Aussage, dass er Magdeburg zwischen August 2023 und Dezember 2024 mehrfach für die Tatplanung besucht habe. Der Vorsitzende Richter Dirk Sternberg sagte an den Angeklagten gewandt: „Es liegt an Ihnen, ob Sie die Verhandlung mitmachen wollen, ob Sie anwesend sein wollen oder nicht.“ Sternberg zufolge kann das Gericht für den Fall, dass der Angeklagte wegen des Hungerstreiks nicht mehr verhandlungsfähig sein sollte, auch ohne ihn weiter verhandeln.

Unterdessen spitzt sich der Streit um die Absage des Magdburger Weihnachtsmarkts für dieses Jahr zu. Die Schausteller appellierten, den Markt stattfinden zu lassen und erklärten, der Markt sei sicher. Das Landesverwaltungsamt hatte in einer Einschätzung den Zufahrtsschutz und die Organisation der Sicherheitskräfte bemängelt. Die Stadt war dann von der Kommunalaufsicht angewiesen worden, dass sie als kommunale Sicherheitsbehörde den Markt nicht erlauben darf. Auch der bayerischen Innenminister Joachim Herrmann meldete sich in der Diskussion zu Wort und betonte, dass es derzeit keine Hinweise oder Drohungen gäbe, dass Anschläge auf Weihnachtsmärkte in Bayern geplant sind.

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