Kater-Killer aus Mexiko: Gericht mit Chilaquiles aus Tortilla-Chips mit grüner Soße. © Cabrios/dpa
Salzig, fettig, säuerlich, scharf, warm – weltweit kämpfen Partygänger nach Silvester mit vermeintlich hilfreichen Speisen gegen die Folgen von übermäßigem Alkoholkonsum. Ein Blick auf internationale Leiden und traditionelle Gegenmittel:
Mexiko: In Mexiko sagt man „Ich bin roh“, wenn man einen Kater hat. Auf Spanisch heißt es: „Estoy crudo“. Linderung erhoffen sich Feiernde am Morgen danach von deftigen Klassikern wie den beliebten „Chilaquiles“: Tortilla-Chips werden kurz aufgebacken oder frittiert und mit scharfer roter oder grüner Soße serviert. Das Gericht wird mit zerbröseltem Käse, saurer Sahne und Zwiebeln garniert. Oft wird es um Spiegelei oder gezupftes Hühnerfleisch ergänzt.
Griechenland: Die griechische Küche bietet viele vermeintlich wirksame Speisen gegen den dicken Kopf am 1. Januar. Beliebt ist vor allem Street-Food, angeführt von Souvlaki-Spießen oder Gyros, je nach Gusto gemeinsam mit Pommes, Tsatsiki, Tomaten und Zwiebeln in einen Pita-Fladen gerollt. Anders handhaben es die Älteren: Sie schwören eher auf Hühner- und Rinderbrühe oder Kuttelsuppe.
Türkei: In der Türkei isst man noch in der Nacht nach dem Trinken eine Suppe mit Kutteln oder wahlweise eine Suppe mit Fleisch aus Kopf und Füßen von Schaf oder Rind. Im Gericht ist Knoblauch enthalten, je nach Geschmack wird mit Chili-Flocken gewürzt. Die Suppen gelten als belebend und sollen die Regeneration unterstützen.
Dänemark: Ein typisch dänisches Katerfrühstück gibt es nicht, aber viele schwören auf das Konterbier – auf Dänisch Reparationsbier –, das die Schäden, die die Zimmermänner im Kopf verursacht haben, angeblich reparieren soll.
England: Das „Full English Breakfast“ gilt als britisches Gegenmittel gegen einen „Hangover“, wie man den Kater in Großbritannien nennt. Zur herzhaften Mahlzeit gehören Spiegeleier und Baked Beans, gebratene Würstchen und Speck, gegrillte Tomaten, Pilze und ein wenig Toast, manchmal auch eine Scheibe Blutwurst. Empfohlen wird mitunter auch Toast mit dem Brotaufstrich Marmite aus Hefeextrakt – an dessen herbem Geschmack scheiden sich allerdings die Geister.
Südkorea: Wer in Südkorea nach einer durchzechten Nacht die Kopfschmerzen vertreiben will, der genehmigt sich am Morgen nach dem Rausch eine salzige Brühe, die meist mit Sojabohnen-Paste, Chinakohl und Rinderknochen serviert wird. „Haejangguk“ bedeutet wortwörtlich „Suppe zum Lösen eines Katers“. Viele Restaurants, die sich auf diese herzhafte Mahlzeit spezialisieren, haben traditionell rund um die Uhr geöffnet. Und auch wenn die Wirkung von Haejangguk nicht medizinisch belegt ist, so gibt es wenig Zweifel daran, dass man sich nach dem Verzehr der gut gewürzten Suppe zumindest für ein paar Minuten wieder hellwach fühlt.
Und was hilft wirklich bei einem Kater? Der Kater nach übermäßigem Alkoholkonsum entsteht nach derzeitigem Kenntnisstand unter anderem durch eine Kombination aus toxischen Abbauprodukten wie Acetaldehyd, Dehydrierung – und einem veränderten Elektrolythaushalt. Wasser oder isotonische Getränke wie Fruchtsaft ersetzen Flüssigkeit und Elektrolyte, was Dehydrierung und Kopfschmerzen lindert. Kohlenhydratreiche, leichte Speisen wie Toast stabilisieren den Blutzucker und liefern Energie und Nährstoffe, ohne den angeschlagenen Magen zu belasten.
Übrigens: Wer es gar nicht erst so weit kommen lassen will, sollte schon während des Feierns immer wieder ein Glas mineralhaltiges Wasser trinken. Oder, noch einfacher: es beim Alkohol einfach nicht so übertreiben.