Wie man Neujahrsvorsätze besser durchhalten kann

von Redaktion

Fitness fürs neue Jahr: Viele nehmen sich vor, mehr Sport zu machen – hören aber bereits im Februar wieder auf. © imago

Los Angeles – Mehr Sport, gesünder essen, Geld sparen? Gute Vorsätze fürs neue Jahr starten jedes Mal mit großen Hoffnungen – und werden oft schon im Februar aufgegeben. Den Grund dafür haben Forscher der amerikanischen Cornell Universität herausgefunden. Denn die meisten suchen sich Ziele aus, die sie als besonders wichtig empfinden. Stattdessen erhöht sich die Erfolgsquote drastisch, wenn man sich Neujahrsziele wählt, deren Weg dorthin am meisten Spaß macht.

Die Forscher hatten 2000 Amerikaner am Jahresanfang nach ihren wichtigsten Vorsätzen fürs neue Jahr befragt. Dann mussten die Teilnehmenden bewerten, wie sehr sie es genossen, ihr jeweiliges Ziel zu verfolgen. Die Forscher meldeten sich dann alle vier Monate bei den Teilnehmenden, um deren Fortschritte bei den Neujahrsvorsätzen zu erfassen.

Das Ergebnis der Studie, die jetzt im Fachjournal „Psychological Science“ veröffentlicht wurde, zeigt: Nur diejenigen, die von Anfang an echte Freude an der Umsetzung empfanden, blieben auch langfristig dran. Genuss war der bessere Erfolgsfaktor – stärker als Willenskraft oder Pflichtgefühl. Mit anderen Worten: Erfolgreiche Menschen mit Neujahrsvorsätzen beißen nicht einfach die Zähne zusammen und kämpfen sich durch das Unangenehme. Sie finden Wege, den Prozess selbst für sich möglichst angenehm und lohnend zu gestalten.

Das Prinzip ist einfach: Wer sich Ziele steckt, die erst in ferner Zukunft eine Belohnung liefern, verliert schnell an Motivation. Ziele hingegen, die sofort gute Gefühle auslösen, halten uns bei der Stange. Wer joggt, weil es entspannt, nicht nur, weil es gesund ist, läuft auch Monate später noch.

Die Lehre daraus? Wer wirklich etwas verändern will, sollte sich weniger fragen, warum ein Ziel wichtig ist – und mehr, wie sich der Weg dorthin angenehmer gestalten lässt. Bewegung darf Spaß machen, gesundes Essen gut schmecken, Sparen motivierend sein. Am Ende gilt: Was sich gut anfühlt, währt länger.CHRISTIAN THIELE

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