Die letzte Bühne für Brigitte Bardot

von Redaktion

Saint-Tropez nimmt Abschied von der legendären Schauspielerin – Trauerfeier ohne Macron

Die französische Sängerin Mireille Mathieu. © Moritz/AFP

Schauspieler Paul Belmondo. © Hache/AFP

Rechtspopulistin Marine Le Pen. © Nogier/EPA

Der Sarg Bardots wird in die Kirche getragen. © Magoni/dpa

Bardots Enkelin Thea Charrier. © Nogier/EPA

Porträts von Brigitte Bardot säumten die Straßen von Saint-Tropez, wo Fans Abschied nahmen. © NOGIER/epa

Saint-Tropez – Für ihren letzten großen Auftritt hat sie die Regie selbst in die Hand genommen: Brigitte Bardot hatte die Regeln für ihre Trauerfeier im Vorfeld ganz genau festgelegt. Über allem stand: „Bitte ganz ohne Chichi.“ Die Organisation der Beerdigung teilten sich dann ihr Witwer Bernard d’Ormale (84) und die Fondation Brigitte Bardot. Diese ließ im Vorfeld mitteilen: „Hier wird keine Unterhaltungsshow gedreht. Es wird eine große Frau geehrt.“

Und trotzdem gehörte ihr gestern in Saint-Tropez ein letztes Mal die ganz große Bühne: Der gesamte historische Stadtkern war aufgrund ihrer Beisetzung abgeriegelt. Neben ihrem Sohn, zu dem die Beziehung teilweise angespannt war, waren auch mehrere Politiker anwesend, unter ihnen die Fraktionschefin der rechtspopulistischen Partei Rassemblement National, Marine Le Pen. Präsident Emmanuel Macron war nicht erwünscht, weil er sich nach Meinung Bardots zu wenig für den Tierschutz eingesetzt hat.

Ihr 65 Jahre alter Sohn Nicolas-Jacques Charrier hatte seiner Mutter ein Blumengebinde mit Mimosen und den Worten „Für Mama“ gewidmet. Er lebt mit seinen Töchtern in Oslo. Brigitte Bardot hatte das Sorgerecht seinem Vater Jacques Charrier überlassen und erklärt, dass sie keine mütterlichen Gefühle hege.

Ihr vierter und letzter Ehemann Bernard d‘Ormale hatte sich in einem am Mittwoch erschienenen Interview erstmals zur Todesursache geäußert. Nach seinen Worten war Brigitte Bardot an Krebs gestorben, sagte er der Zeitschrift „Paris Match“. Er verriet jedoch nicht, um welche Art von Krebs es sich gehandelt habe. Sie sei umgeben von ihren Tieren gestorben, die sie sehr geliebt habe, erklärte er. „Sie war bis zum Ende geistig anwesend und am Tierschutz interessiert“, sagte d‘Ormale mit Blick auf Bardots größtes Anliegen nach dem Ende ihrer Schauspielzeit.

Bardot hatte 1956 mit dem Film „Und immer lockt das Weib“ Weltruhm erlangt. Sie gehörte zu den meistfotografierten Frauen der Welt. 1973 gab Bardot ihre Schauspielkarriere auf und widmete ihr Leben fortan bedrohten Tieren.

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