Artemis 2: Der Mond rückt näher

von Redaktion

Rakete auf Startplatz gerollt

Die Crew-Mitglieder Jeremy Hansen, Christina Koch, Victor Glover und Reid Wiseman (v.li). © Raoux/dpa

Die neue Mondrakete der Nasa, „Artemis 2“, wird zur Rampe 39B im Kennedy Space Center gebracht. © Raoux/dpa

Cape Canaveral – Vor dem Beginn der ersten bemannten Mondmission seit mehr als einem halben Jahrhundert hat die US-Raumfahrtbehörde Nasa das Raketensystem für „Artemis 2“ auf den Startplatz gebracht. Mithilfe einer Art Transportwagen wurde das rund 100 Meter hohe System – bestehend aus der Rakete „Space Launch System“ und der „Orion“-Kapsel – aus der Werkshalle auf dem Weltraumbahnhof Cape Canaveral herausgefahren und bei einer rund zwölfstündigen Aktion langsam die etwa sechs Kilometer bis zum Startplatz gebracht.

„Das ist der Beginn einer sehr langen Reise“, sagte Nasa-Chef Jared Isaacman bei einer Pressekonferenz. Mit der „Artemis 2“-Mission sollen noch in diesem Jahr erstmals seit mehr als einem halben Jahrhundert wieder Menschen in die Nähe des Mondes fliegen. Die US-Astronauten Christina Koch, Victor Glover und Reid Wiseman sowie ihr kanadischer Kollege Jeremy Hansen sollen den Mond bei der etwa zehntägigen Mission umrunden. Zuletzt waren 1972 US-Astronauten auf dem Mond.

Frühestmöglicher Starttermin für „Artemis 2“ ist Anfang Februar. Für Ende Januar ist erst mal ein unbemannter Bodentest geplant. Bei dem sogenannten „Wet Dress Rehearsal“ werden bis auf den eigentlichen Start alle Abläufe getestet.

Der Flugverlauf gleicht insgesamt einer Acht um Erde und Mond. Die vier Astronauten sollen insgesamt mehr als 2,3 Millionen Kilometer zurücklegen. Am weitesten Punkt sollen sie sich etwa 370 000 Kilometer von der Erde entfernt, etwa 7500 Kilometer hinter der erdabgewandten Seite des Mondes befinden. Von dort aus können sie dann Erde und Mond gleichzeitig sehen. Die Astronauten der „Apollo 8“-Mission näherten sich bei ihrer Umrundung dem Mond 1968 sogar bis auf etwa 113 Kilometer an. Die „Orion“-Kapsel fliegt größtenteils vollautomatisch. Zu Testzwecken werden die Astronauten aber immer wieder auch manuell steuern. Auch Fotos und Analysen von Erde und Mond gehören zu ihren Aufgaben.

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