Polizisten untersuchen das gebrochene Gleisstück an der Unglücksstelle. © Guardia Civil/dpa
Adamuz/Madrid – Im Schicksal eines sechsjährigen Mädchens zeigt sich das ganze Ausmaß der menschlichen Tragödie des schweren Zugunglücks in Spanien. Das Mädchen verlorbei dem Zusammenstoß der beiden Züge ihre Eltern, ihren zwölfjährigen Bruder und ihren Cousin. Nur sie überlebte. Die Familie befand sich auf dem Rückweg aus Madrid, wo sie ein Fußballspiel von Real Madrid besucht hatten.
Die spanischen Behörden befürchten mittlerweile bis zu 43 Tote bei dem schweren Zugunglück vom Sonntagabend in Andalusien. Es lägen 43 Vermisstenanzeigen vor, sagte Innenminister Fernando Grande-Marlaska dem staatlichen TV-Sender RTVE in der Nacht zu Dienstag. 40 Tote waren zu diesem Zeitpunkt geborgen worden. „Drei der von den Sicherheitskräften am Fundort gesichteten Leichen befinden sich noch im Zug Avila“, fügte der Minister hinzu.
Bis zum Abend konnten zwei weitere Tote aus den Trümmern geborgen werden, womit die Zahl der bestätigten Todesopfer nach Polizeiangaben auf 42 stieg. Von den mehr als 170 Verletzten schwebt niemand mehr in Lebensgefahr.
Das Auswärtige Amt (AA) in Berlin teilte am Montagabend mit: „Leider müssen wir davon ausgehen, dass sich auch deutsche Staatsangehörige unter den Betroffenen befinden. Über die Anzahl gibt es derzeit noch keine verlässlichen Angaben.“
Am Sonntagabend waren zwei in entgegengesetzte Richtungen fahrende Hochgeschwindigkeitszüge nördlich von Córdoba kollidiert und entgleist. Als Ursache für die Katastrophe wurde ein Bruch einer Schiene nicht ausgeschlossen. Mehr werden erst die nächsten Wochen zeigen.