Helia, der helfende Roboterhund.
Würzburg – Wie kann ein Roboterhund Ärzte und Pflegekräfte bei der Arbeit entlasten? Das testet das Uniklinikum in Würzburg in den kommenden drei Jahren. Laut Mitteilung vom Donnerstag soll „Helia“ – kurz für „Helfender Roboter im Klinikalltag“ – zum Beispiel bei Visiten mitlaufen, Protokolle anfertigen, Befunde dokumentieren und diese ins Krankenhaussystem übertragen. Dazu solle er von autorisierten Personen mündliche Befehle bekommen und ausführen.
Der Roboterhund kann aber auch selbst Daten erheben, zum Beispiel Wunden fotografieren und Vitalwerte messen, wie es heißt. Zudem solle er die Patienten zu Terminen begleiten, das Gesagte auf einem Bildschirm anzeigen und die Technik im Patientenzimmer erklären. Das Projekt läuft laut Mitteilung in Kooperation mit dem Karlsruher Institut für Technologie sowie dem Forschungszentrum Informatik und dem Forschungszentrum Jülich. Es ist demnach Teil der Fördermaßnahme „Natürlichsprachliche Integration von Robotik in Gesundheitseinrichtungen“ des Bundesforschungsministeriums und wird von ihm mit 1,78 Millionen Euro gefördert.
Voraussetzung für den Einsatz des Hundes sei, dass sowohl Personal als auch Patienten einverstanden seien, sagte Astrid Schmieder, Dermatologin und leitende Oberärztin der Klinik und Poliklinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie. Auf einer Station der Hautklinik am Uniklinikum sei „Helia“ bereits getestet worden. Pflegekräfte, Ärzte, Patienten und Reinigungspersonal hätten den Roboterhund dabei mittlerweile ins Herz geschlossen, Fotos gemacht oder ihn gestreichelt.
Dass ein Roboterhund eingesetzt werde und kein menschenähnlicher Roboter, liegt laut Mitteilung daran, dass Menschen oft sensibel reagieren, wenn Technik ihnen zu sehr ähnelt. „Wir möchten ein System entwickeln, das Beschäftigte im Klinikalltag intuitiv als hilfreich wahrnehmen“, so Arne Rönnau vom Karlsruher Institut für Technologie. Sein Team erforscht demnach, wie ein Laufroboter nicht mehr mühsam per Software programmiert werden muss, sondern Aufgaben einfach aus natürlich gesprochenen Erklärungen lernt.
Das Forschungszentrum Jülich gehe der Frage nach, welche ethischen, rechtlichen und sozialen Fragen der Einsatz des Roboterhundes im Krankenhaus mit sich bringe, hieß es. Denn er dürfe Patienten nicht gefährden und müsse ein sicheres Arbeitsumfeld ermöglichen. Ziel sei, Ressourcen dort einzusetzen, wo sie den größten Nutzen hätten. Zunächst müsse „Helia“ jedoch gewissermaßen in die Hundeschule gehen, um zu lernen. Die Pilotphase ist auf drei Jahre angelegt. In dieser Zeit wollen die Forscher Daten zur Leistung, Sicherheit und Praxistauglichkeit von „Helia“ in sensiblen klinischen Abläufen sammeln. KNA