„Schaulaufen der Organisierten Kriminalität“

von Redaktion

Tausende Gäste, hunderte Polizisten: Beerdigung eines prominenten Clan-Mitglieds sorgt in Berlin für Aufsehen

Unter Beobachtung: Die Beerdigung der 62-jährigen Clan-Größe bewachten hunderte Polizisten. © Jutrczenka/dpa

Berlin – Ein großer Polizeieinsatz hat in Berlin gestern Trauerveranstaltungen rund um eine Beerdigung im Clan-Milieu begleitet. Schon am Vormittag waren zahlreiche Polizisten an der Sehitlik-Moschee im Stadtteil Neukölln postiert. Gäste fuhren dort zum Trauergebet vor. Viele Blumengestecke, meist mit Namen der Absender versehen, wurden präsentiert. Am Morgen wurde ein Sarg hineingetragen. Die Polizei erklärte, sie wolle angesichts der vielen Menschen bei der Beerdigung die öffentliche Ordnung aufrechterhalten.

Der am Dienstag an einer Krankheit gestorbene 62-Jährige kam vor vielen Jahren aus der Türkei nach Berlin und bezeichnete sich selbst als Geschäftsmann. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) erklärte, der Verstorbene sei eine Clan-Größe gewesen, die in der Organisierten Kriminalität bis zuletzt Einfluss genossen habe. Die GdP bezeichnete die Beerdigung als „ein Schaulaufen der Organisierten Kriminalität dieser Stadt“.

Mitte Dezember gab es einen großen Polizeieinsatz vor seinem Haus im Stadtteil Lichterfelde, weil unbekannte Angreifer mit einer Waffe 20 Schüsse auf das Haus abgefeuert hatten. Die Ermittlungen wegen versuchten Totschlags laufen laut Polizei noch.

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