Abhängige Kinder? US-Internetriesen vor Gericht

von Redaktion

Mark Zuckerberg ist als Zeuge geladen. © Coury/dpa

San Francisco – Machen Social-Media-Plattformen Kinder und Jugendliche absichtlich abhängig – mit schwerwiegenden Folgen wie psychische Probleme, Magersucht bis hin zu Suizid? Mit einem Präzedenzfall zu dieser Frage befasst sich nun ein Gericht in Los Angeles, die Geschworenen-Auswahl beginnt am Dienstag. Angeklagt sind die Konzerne Alphabet, Bytedance und Meta – die Tech-Giganten hinter Youtube, Tiktok und Instagram. Der Prozess in Kalifornien dürfte wegweisend sein für die sich abzeichnende Flut weiterer Prozesse gegen Internetkonzerne.

Nach der Auswahl der Geschworenen ist der eigentliche Prozessbeginn vor dem Gericht des US-Bundesstaates Kalifornien in der ersten Februarwoche geplant. Als Zeuge soll unter anderem Meta-Chef Mark Zuckerberg befragt werden, zu dessen Konzern Instagram gehört. Tech-Konzernen wie seinem wird in hunderten Klagen vorgeworfen, junge Nutzerinnen und Nutzer abhängig gemacht und bei ihnen damit zu Depressionen, Essstörungen, Psychiatrie-Aufenthalten oder sogar Suizid geführt zu haben.

Die Anwälte der Klägerinnen und Kläger nutzen in ihrem Rechtsstreit gegen Meta & Co. bewusst Strategien wie in der Prozesswelle in den 1990er- und 2000er-Jahren gegen die Tabakindustrie. Im Mittelpunkt des Prozesses in Los Angeles steht der Fall einer 19-jährigen Frau, deren Name mit K.G.M. abgekürzt wird. Sie wirft den Betreibern von Online-Netzwerken vor, sie abhängig gemacht und dadurch schwere psychische Schäden bei ihr verursacht zu haben.

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