Mit Prothesen auf die höchsten Gipfel der Welt

von Redaktion

Der Nepalese Hari Budha Magar (47) schreibt nach Verlust seiner Beine Bergsteiger-Geschichte

Ziel erreicht: Magar am Mount Vinson. © X

London – Der ehemalige Gurkha-Soldat Hari Budha Magar (47) hat am 6. Januar 2026 am Mount Vinson in der Antarktis Geschichte geschrieben und als erster doppelt oberhalb der Knie amputierter Mensch die berühmte „Seven Summits“-Herausforderung abgeschlossen.

Magar erreichte um etwa 22 Uhr den 4892 Meter hohen Gipfel des Mount Vinson und setzte damit das letzte fehlende Puzzlestück seiner Sieben-Gipfel-Mission um. Mit diesem Erfolg hat er die höchsten Berge aller Kontinente bezwungen – vom Mont Blanc in Europa über den Kilimandscharo in Afrika, den Mount Everest in Asien, den Denali in Nordamerika, den Aconcagua in Südamerika und die Carstensz Pyramid (Puncak Jaya) in Ozeanien bis hin zum antarktischen Mount Vinson.

Magars verlor 2010 bei einem Einsatz als Soldat der britischen Armee in Afghanistan durch eine Sprengfalle beide Beine. Der Nepalese wurde depressiv, trank, wollte sich mehrfach umbringen. Heute ist der Mann einer der bekanntesten Bergsteiger der Welt.

„Meine Hauptaufgabe war nicht, Geschichte zu schreiben, sondern das Bewusstsein für Behinderungen zu schärfen“, sagte Magar nach seinem historischen Erfolg der „Bild“. Er fügte hinzu, dass er seine Amputation heute nicht mehr rückgängig machen möchte, weil sie Teil seines Weges geworden sei und ihm die Möglichkeit gegeben habe, andere zu inspirieren. Magars sieben Gipfel stellen eine der anspruchsvollsten Herausforderungen im Bergsteigen dar – nur etwa 500 Menschen weltweit haben die „Seven Summits“ jemals geschafft. Magar lebt in England, ist Familienvater und setzt sich aktiv für Veteranen- und Behindertenverbände ein. Für seinen Einsatz im Militärdienst wurde er mit dem britischen Ritterorden MBE ausgezeichnet. Seine Mission half ihm nicht nur, seine eigenen Träume zu verwirklichen, sondern auch ein Zeichen für Hoffnung zu setzen.

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