Stuttgart – Nur selten zeigt sich Merkur, der sonnennächste und kleinste der acht Planeten. Mitte Februar bietet er die beste Abendsichtbarkeit des ganzen Jahres. Vom 14. bis 24. kann man Merkur am günstigsten in der Abenddämmerung tief am Westhimmel erspähen. Gegen 18 Uhr macht sich der flinke Planet bei klarem Himmel bemerkbar. Bereits gegen halb sieben abends verschwindet er in den horizontnahen Dunstschichten und geht unter.
Lange war Venus Morgenstern und in der Morgendämmerung zu sehen. Anfang Januar hat der innere Nachbarplanet der Erde die Seiten gewechselt. Statt westlich befindet sich Venus nun östlich der Sonne und gewinnt langsam immer größeren Abstand von ihr. Nach der Monatsmitte taucht sie am Abendhimmel auf und beginnt ihre Abendsternperiode. Im Fernrohr erscheint sie als winziges, rundliches Scheibchen. Erst im September wird man Venus als relativ große, schlanke Sichel im Teleskop erkennen. Sie wird dann auch mit maximaler Helligkeit strahlen und die Blicke auf sich ziehen.
Zur Monatsmitte zieht sich Venus etwa eine Viertelstunde nach sechs Uhr abends zurück und wird im Horizontdunst unsichtbar. Ende Februar geht Venus um 19 Uhr unter. Interessierte Naturfreunde können registrieren, wann sie Venus erstmals zu Gesicht bekommen. Noch ist sie nicht besonders auffällig. Aber im Laufe des Frühlings wir sie zu einem auffällig strahlenden Planeten. Im Oktober wird sie sich vom Abendhimmel verabschieden und schon im November wieder am Morgenhimmel auftauchen.
Jupiter beherrscht den Nachthimmel. Nach Untergang der Venus ist er der hellste Planet. Der Riesenplanet hält sich im Sternbild der Zwillinge auf und somit in den höchsten Gefilden des Tierkreises. Unübersehbar strahlt er hoch am Himmel. Der zunehmende Halbmond wandert in der Nacht vom 26. auf 27. Februar zwischen Jupiter und dem hellen Zwillingsstern Pollux. Saturn im Sternbild der Fische zieht sich vom Abendhimmel zurück und wird Ende des Monats unsichtbar. Mars kann sich noch nicht aus den Strahlen der Sonne befreien. Der rötliche Wüstenplanet bleibt unsichtbar.
Bereits am 1. wird um 23.09 Uhr im Sternbild Krebs die Vollmondposition erreicht. Am 17. Februar tritt um 13.01 Uhr die Neumondphase ein. Dabei bedeckt der dunkle Neumond die Sonne, es ereignet sich eine partielle Sonnenfinsternis. Sie ist aber von der gesamten Nordhalbkugel der Erde aus nicht zu beobachten. Sie ist lediglich in der Antarktis, im südlichen Eismeer und von der Südspitze Südamerikas aus beobachtbar. Mit 405 576 Kilometern befindet sich der Mond am 10. in Erdferne. Am 25. kommt er mit 370 135 Kilometern in Erdnähe.
Die Wintersternbilder sind gegen zehn Uhr abends schon deutlich nach Westen gerückt, Orion und Sirius im Großen Hund sind im Südwesten zu sehen, der Stier mit dem rötlichen Aldebaran steht noch am Westhimmel. Steil über unseren Köpfen erblickt man die beiden Sternenketten der Zwillinge. Nordwestlich von ihnen strahlt die helle, gelbliche Kapella im Fuhrmann. Der Große Wagen schiebt sich im Nordosten immer höher, während die Kassiopeia, das Himmels-W, im Nordwesten herabsinkt.
Im Südosten ist der Löwe erschienen. Als Leitsternbild des Frühlingshimmels kündigt er die kommende Jahreszeit an. Sein hellster Stern, der bläulich funkelt, wurde von Nikolaus Kopernikus „Regulus“ getauft, was so viel wie „Kleiner König“ heißt. Allerdings war Regulus bereits den alten Babyloniern als Königsstern bekannt. Am 3. Februar zieht der noch fast volle Mond an Regulus vorbei.
Zwischen den Zwillingen hoch im Süden und dem Löwen liegt der Krebs. Da sich keine hellen Sterne im Krebs befinden, fällt er kaum auf. Am Firmament sieht man dieses Sternbild nur unter sehr guten Sichtbedingungen, nicht aber durch die lichtverschmutzten Dunstglocken über unseren Städten und Siedlungen.
Die Sonne wandert entlang des aufsteigenden Teils ihrer Jahresbahn. Sie nähert sich dem Himmelsäquator, den sie aber erst im März zu Frühlingsbeginn erreicht. Am 16. wechselt sie mittags in das Sternbild Wassermann. H.-U. KELLER