Auf Epsteins Privatinsel Little Saint James fanden Partys mit Promis statt. © Michot/IMAGO
Belastendes Material: Ex-Prinz Andrew kniet über einer jungen Frau, deren Gesicht geschwärzt ist. © US-Justizministerium
Washington/London – Mehr als drei Millionen Seiten an Dokumenten, tausende Videos und weit mehr als 100 000 Fotos: Das US-Justizministerium hat weitere Ermittlungsakten zum Fall des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein veröffentlicht. Für Aufsehen sorgen insbesondere E-Mails mit mächtigen Männern – darunter Tech-Milliardär Elon Musk und der britische Ex-Prinz Andrew.
Viele der neuen Dateien reichen mehr als ein Jahrzehnt zurück und werfen Licht auf die Beziehungen des Sexualstraftäters, nachdem er bereits 2008 zu einer Haftstrafe verurteilt worden war. Epstein hatte jahrelang einen Missbrauchsring betrieben, dem dutzende junge Frauen und Minderjährige zum Opfer fielen. 2019 kam er im Alter von 66 Jahren in einer Gefängniszelle zu Tode. Besonders groß ist das Interesse an dem Fall, weil Epstein beste Kontakte in die High Society hatte.
Zu den bekanntesten Namen in den neuen Unterlagen gehören zwei der reichsten Menschen der Welt, die Tech-Milliardäre Elon Musk und Bill Gates. Von Musk gibt es unter anderem einen E-Mail-Austausch aus dem Jahr 2012 mit Epstein, in dem Musk anscheinend einen Besuch auf Epsteins Insel organisiert und diesen fragt, an welchem Tag die „wildeste Party“ steigen werde. Musk betonte, nur wenig Kontakt zu ihm gehabt zu haben.
Der Name von Microsoft-Gründer Gates kommt in zwei E-Mails vor, die 2013 offenbar von Epstein an sein eigenes Konto geschickt wurden, wie US-Medien berichten. Darin gibt Epstein an, Gates Medikamente besorgt zu haben, „um mit den Folgen von Sex mit russischen Mädchen fertigzuwerden“. In einer Stellungnahme sagte ein Gates-Sprecher: „Diese Behauptungen – von einem erwiesenen, verärgerten Lügner – sind absolut absurd und völlig falsch.“
US-Präsident Donald Trump wird in den neuen Akten häufig erwähnt– laut „New York Times“ in mindestens 4500 Dokumenten. Allerdings gibt es keine Hinweise auf eine Verwicklung in den Skandal. Weitere Personen aus Trumps Umfeld finden sich ebenfalls in den Akten wieder: Brett Ratner, Regisseur des Films „Melania“, ist auf einem Foto an der Seite Epsteins mit einer jungen Frau im Arm zu sehen.
Die neuen Akten belasten erneut den britischen Ex-Prinzen Andrew: Fotos zeigen ihn auf allen Vieren über eine junge Frau gebeugt. Großbritanniens Premier Keir Starmer sprach sich für eine Aussage Andrews vor dem US-Kongress aus. „Ich habe immer gesagt, dass jeder der über Informationen (verfügt), darauf vorbereitet sein sollte, diese Informationen zu teilen, in welcher Form auch immer er darum gebeten wird.“
Auch auf die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit werfen die Akten ein negatives Licht. Für Aufsehen sorgte etwa ein Mail-Verkehr, in dem es um einen Besuch auf Epsteins Anwesen in Florida im Jahr 2013 geht. Der Palast bestätigte, dass Mette-Marit vier Tage im Haus von Epstein gewohnt habe.