In einem Regionalexpress kam es zu der tödlichen Attacke auf den Schaffner. © Gollnow/dpa
Landstuhl – Nach dem Angriff auf einen Zugbegleiter bei einer Ticketkontrolle in Rheinland-Pfalz ist der 36-Jährige nach Angaben der Deutschen Bahn an seinen Verletzungen gestorben. Laut dem vorläufigen Obduktionsergebnis erlag der Mann einer Hirnblutung. Nach den bisherigen Erkenntnissen der Polizei hatte ein 26-Jähriger den Bahnmitarbeiter, den Familienvater Serkan C., am Montagabend angegriffen, als der Regionalexpress den Bahnhof Landstuhl im Kreis Kaiserslautern verlassen hatte.
Da der 26-Jährige keinen Fahrschein vorzeigen konnte, sollte er des Zuges verwiesen werden – daraufhin kam es laut Polizei zum Angriff. Der Angreifer soll mehrfach mit der Faust auf den Kopf von Serkan C. eingeschlagen haben, worauf dieser zusammenbrach. Der Zugbegleiter wurde demnach vor Ort reanimiert. Fahrgäste leisteten Erste Hilfe und alarmierten die Polizei.
Der lebensgefährlich verletzte Familienvater wurde in ein Krankenhaus gebracht. Einsatzkräfte der Landespolizei des Saarlandes und der Bundespolizei nahmen den Tatverdächtigen fest. Die Kriminaldirektion Kaiserslautern ermittelt zu den Hintergründen des Tatablaufs. Bei dem mutmaßlichen Täter handele es sich um einen Griechen ohne Wohnsitz in Deutschland, sagte eine Polizeisprecherin. Der 26-Jährige sitzt inzwischen in Untersuchungshaft.
Die Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, Evelyn Palla, schrieb in einem Beitrag auf der Plattform Linkedin, der Tod des Mitarbeiters mache sie „fassungslos und traurig“. „Wir alle bei der Deutsche Bahn verurteilen diesen schrecklichen Gewaltexzess und den völlig sinnlosen Tod des Kollegen aufs Schärfste. Wir alle müssen uns die Frage stellen, warum es immer wieder zu solchen Gewaltausbrüchen kommt.“ Es sei ein schwarzer Tag für alle Eisenbahnerinnen und Eisenbahner, ihr tiefes Mitgefühl gelte seinen Angehörigen, Freunden und Kollegen. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) rief für gestern Nachmittag 15 Uhr zu einer Schweigeminute auf. „Wir sind erschüttert und trauern um unseren Kollegen“, teilte der EVG-Vorsitzende Martin Burkert mit. „Heute steht die Eisenbahnerfamilie still.“
Auch die Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz und dem Saarland haben entsetzt auf den Tod des Zugbegleiters nach reagiert. „Diese schreckliche Gewalt gegen jemanden, der einfach seinen Job macht, lässt uns wütend und traurig zurück“, erklärten der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer und die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (beide SPD) am Mittwoch gemeinsam in Mainz und Saarbrücken.