Greift Australiens Social-Media-Verbot?

von Redaktion

Sydney – Zwei Monate sind vergangen, seit Australien am 10. Dezember 2025 als erstes Land der Welt ein generelles Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige eingeführt hat. Damit wolle man Kindern ihre Kindheit zurückgeben, hatte die Regierung ihren bahnbrechenden Schritt begründet. Die Plattformen bekamen zwölf Monate Zeit, sich auf die neuen Altersbeschränkungen einzustellen. Bei Verstößen drohen den Unternehmen Bußgelder von bis zu 49,5 Millionen australischen Dollar (28,5 Millionen Euro).

Im Januar hatte die Regierung mitgeteilt, dass seit Inkrafttreten schon mehr als 4,7 Millionen Accounts von Kindern und Jugendlichen deaktiviert, gelöscht oder eingeschränkt wurden. Allein Snapchat blockierte nach eigenen Angaben bis Ende Januar 415 000 Konten. Die Messenger-App hatte im Dezember hunderttausende Nutzerinnen und Nutzer aufgefordert, ihr Alter nachzuweisen. Dies konnte etwa über ein australisches Bankkonto, über Dokumente wie Pass oder Führerschein oder über eine Altersabschätzung per Gesichtserkennung erfolgen. Eltern sagen aber, dass die meisten Teenager schnell Wege gefunden hätten, das Verbot zu umgehen. „Ich habe Zwillinge, und es hat sich nichts Bedeutsames geändert – außer, dass die Regierung sich selbst feiert“, schrieb eine frustrierte Mutter vor wenigen Tagen auf Instagram.

Auch die Gesichtserkennung zum Altersnachweis zu umgehen, sei im wahrsten Sinne des Wortes ein Kinderspiel, erzählen Teenager. „Reddit“ zitierte in einem Beitrag einen 15-Jährigen mit den Worten: „Ich habe in die Kamera geschaut, die Stirn ein wenig gerunzelt, und schon hieß es, ich sei über 16.“ Eine Mutter sagte dem Sender ABC: „Ich habe eine zwölfjährige Tochter. Sie und ihre Freundinnen wurden allein durch das Tragen von künstlichen Wimpern und Make-up als Über-17-Jährige eingestuft.“ Andere lassen sich von älteren Geschwistern helfen, die für sie in die Kamera schauen.

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