Auch, wenn das nach ein paar Jahren vielleicht nicht mehr alle finden: Bei der Glücks-Umfrage schnitten verheiratete Paare besser ab. © Eisele/Mauritius
Berlin/Freiburg – Paare streben in aller Regel eine glückliche Beziehung an, was manchmal gar nicht einfach ist. Aber was konkret können sie selbst dafür tun? Hinweise, an welchen Stellschrauben Paare fürs gemeinsame Glück drehen können, gibt eine Umfrage im Rahmen des „Glücksatlas“, den die Universität Freiburg regelmäßig mit der Süddeutschen Klassenlotterie (SKL) erstellt.
In der Sonderauswertung, für die mehr als 5100 Menschen befragt wurden, blickte Prof. Bernd Raffelhüschen mit seinem Team speziell auf die Faktoren, die das Beziehungsglück maßgeblich beeinflussen. Zentral sind der Analyse zufolge unter anderem:
Verbindlichkeit: „Wenn Sie überzeugt sind, die richtige Partnerin oder den richtigen Partner gefunden zu haben, kann es hilfreich sein, bewusst Verbindlichkeit zu schaffen“, so Bernd Raffelhüschen. Empirische Befunde würden zeigen, dass etwa verheiratete Paare über eine höhere Beziehungszufriedenheit berichten als unverheiratete. Die Befragung für den „Glücksatlas“ ergab: Auf einer Skala von eins bis zehn bewerteten verheiratete Paare laut der Studie für den SKL-Glücksatlas ihre Beziehung mit durchschnittlich 8,51 Punkten. Unverheiratete Paare kamen auf 7,69 Punkte, was einem Unterschied von 0,82 Punkten entspricht.
Gemeinsame Werte: Übereinstimmung in zentralen Werten und Lebenszielen kann ein entscheidender Faktor für Glück in der Beziehung sein, zum Beispiel in Bezug auf Familie oder berufliche Orientierung. „Wenn Paare in diesen grundlegenden Bereichen ähnliche Vorstellungen haben, treten weniger Konflikte auf und Entscheidungen lassen sich harmonischer treffen“, ordnet Raffelhüschen ein.
Finanzielles Gleichgewicht: Beim Einkommen scheint Ausgewogenheit eine Rolle zu spielen. Am zufriedensten sind Paare laut Analyse dann, wenn beide Partner etwa gleich viel verdienen. „Verzichten Sie darauf, finanzielle Überlegenheit in der Beziehung auszuspielen. Je geringer die finanziellen Abhängigkeiten, desto geringer sind auch die Konflikte über Ausgaben und Lebensstil“, sagt der Professor.
Realistische Ansprüche: „Vermeiden Sie Perfektionismus und überfrachten Sie Ihre Beziehung nicht mit übertriebenen Erwartungen, weder an den Partner noch an sich selbst“, rät Bernd Raffelhüschen. Hohe Ansprüche an sich selbst und den Partner wirken sich der Auswertung zufolge langfristig belastend auf die Beziehung aus. Verträglichkeit und Offenheit hingegen fördern gegenseitige Empathie und Verständnis.
Der Umfrage zufolge hängt Beziehungsglück aber teils auch von anderen Faktoren ab, die der Einzelne in einer Paarbeziehung nicht mehr so leicht verbessern oder beeinflussen kann. Dazu gehört zum Beispiel, wie man Bindung als Kind erlebt hat.
„Menschen, die eine glückliche Kindheit erlebt haben, verfügen häufig über höheres Selbstvertrauen und einen sicheren Bindungsstil“, so Bernd Raffelhüschen. Der ermögliche es, sowohl eigene Freiräume zu wahren als auch dem Partner Nähe und Autonomie zuzugestehen und beides in ein ausgewogenes Verhältnis zu bringen.
Zwar könne man die eigene Kindheit nicht nachträglich verändern – hilfreich ist es Raffelhüschen zufolge aber, seinen Bindungsstil zu reflektieren und eine Balance mit dem Partner zu finden.