Kalorien-Exzess: Hype um den „Taxi-Teller“

von Redaktion

Jugendliche vor ihren Taxi-Tellern in einem Imbiss. © Christoph Reichwein/dpa

Essen – Gourmets wenden sich mit Grausen ab, Fast-Food-Fans geraten in Verzückung: „Taxi-Teller“ nennt sich ein Gericht der ganz besonderen Art aus dem Ruhrgebiet. Pommes mit Soße, Mayonnaise und Currywurst – die altbekannte „Manta-Platte“ kombiniert mit Gyros, Zwiebeln und Zaziki. Alles auf einem einzigen vollgeladenen Teller.

Die Sättigungsbombe mit vierstelligem Kalorienwert wird im Ruhrgebiet schon seit Jahren serviert. Neuerdings hat aber Social Media das Gericht entdeckt und für einen „Taxi-Teller“-Hype gesorgt, der das Gericht auch über die Ruhrgebietsgrenzen hinaus bekannt macht.

Es gibt reichlich Beiträge auf Tiktok und Instagram unter den Begriffen „Taxi_Teller“ – Imbisstipps, „Taxi-Teller“-Wettbewerbe, eine „Taxi-Teller“-Weltkarte und KI-Fakes wie einen pseudo-medizinischen Eine-Minute-Vortrag zum angeblich heilenden Einfluss der Kalorien-Bombe auf den menschlichen Organismus.

Längst ist das Gericht kein Ruhrgebiets-Phänomen mehr: Nicht nur in NRW, sondern etwa auch in Niedersachsen seien die Bestellungen seit 2024 sprunghaft um fast 170 Prozent nach oben gegangen, berichtete ein Sprecher der Bestellplattform Lieferando. Zuwächse gab es nach seinen Worten auch in Baden-Württemberg, Hessen und Hamburg.

Der Exil-Ruhrgebietler Alessandro Reintges serviert seit Anfang Februar die Fast-Food-Dröhnung auch in Zürich in seinem Imbiss „Oder Wat“, wie er auf Instagram verbreitete – angeblich der erste „Taxi-Teller“ in der Schweiz.

Auch die Taxi-Branche selbst interessiert sich: Im Portal „Taxi-heute“ erschien ein ausführlicher Beitrag zum Thema inklusive Bratanleitung zum Selbermachen.

Der Name „Taxi-Teller“ entstand der Legende nach, als ein Taxifahrer zu später Stunde in seinem Stammimbiss nicht mehr genug Gyros vorfand und der Gastwirt einfach eine Currywurst plus Pommes als Sättigungsbeilage dazupackte.

Seitdem ist das Gericht zum festen Bestandteil des Angebots zahlreicher Imbissbuden und – wegen des Gyros – griechischer Restaurants geworden. Vor allem Jugendliche lieben die salzige Fett- und Fleischdröhnung – gern auch als solide Grundlage vor einer Kneipentour oder als Kater-Killer danach.

„Wir gehen so alle zwei Wochen ,Taxi-Teller‘ essen“, sagt etwa die 19 Jahre alte Studentin Antonija Dreznjak im „Nikolaus-Grill“ in Essen-Stoppenberg. „Das ist ’ne gute Grundlage, wenn wir in der Kneipe feiern gehen. Meistens kriege ich ihn gut weg, sonst hilft mir ein Freund“, sagt die junge Frau.

Aufessen ist keine Selbstverständlichkeit. Schließlich liegen 120 Gramm Wurst plus mindestens genauso viel Gyros auf dem Teller. Plus Pommes, Zwiebeln und die Soßen.

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