Ist 16,5 Millionen reicher: Logan Paul. © Sladky/dpa
Die seltene „Pikachu Illustrator“-Karte © Goldin/dpa
New York – Mit einem Paukenschlag hat der US-Influencer und Wrestler Logan Paul eine der berühmtesten Pokémon-Sammelkarten der Welt verkauft: Die extrem seltene „Pikachu Illustrator“-Karte erzielte bei einer Auktion des Hauses Goldin Auctions den Rekordpreis von 16,5 Millionen US-Dollar. Neuer Besitzer ist AJ Scaramucci, Sohn des Hedgefonds-Managers Anthony Scaramucci, der 2017 für nur zehn Tage als Pressesprecher im Weißen Haus unter Präsident Donald Trump diente.
Die Karte gilt als „Heiliger Gral“ des Pokémon-Marktes. Sie wurde 1998 in Japan als Preis eines Illustrationswettbewerbs vergeben; Schätzungen zufolge existieren nur rund 40 Exemplare. Besonders hoch bewertet sind die wenigen Karten mit der Bestnote „PSA 10“. Paul hatte sein Exemplar 2021 für rund vier Millionen Dollar erworben – und machte es anschließend zu einem Markenzeichen: Bei Auftritten, etwa im Wrestling-Umfeld der WWE, trug er die Karte in einer speziell angefertigten Schutzhülle an einer goldenen Kette um den Hals.
Die rund 40-tägige Auktion entwickelte sich zum Spektakel. Erst in den letzten Stunden überschlugen sich die Gebote; am finalen Tag verdreifachte sich die Summe noch einmal. Im Livestream sprach Paul von einem „absolut verrückten“ Ergebnis.
Eigentlich sehe er sich als Sammler, nicht als Wiederverkäufer – doch die Liquidität könne er gut gebrauchen. Mit dem Verkauf stellte er zugleich einen Guinness-Weltrekord für die teuerste privat veräußerte Pokémon-Karte auf. Der Boom um Pokémon-Karten hält seit Jahren an. Ausgelöst durch Pandemie-Hype, Social-Media-Inszenierungen und prominente Käufer, schossen die Preise für seltene Exemplare in die Höhe. Auktionsleiter Ken Goldin hatte Paul zuvor sogar in einer Netflix-Show davon überzeugt, sich von dem Prestigeobjekt zu trennen. „Der Pokémon-Markt ist heiß“, so Goldin – und die „Pikachu Illustrator“ sei dessen unangefochtene Nummer eins.
Käufer AJ Scaramucci kündigte derweil ambitionierte Pläne an: Er wolle „das nicht Sammelbare sammeln“ – von Dinosaurierfossilien bis zur US-Unabhängigkeitserklärung.